Nicht wackeln Kommentar von Friedrich Roeingh zu Corona und Schulen

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Mainz (ots) – Wie lange halten die Schwüre noch? Schulen und Kitas sollten diesmal nicht die ersten Opfer des zweiten Lockdowns werden. Mit der Stagnation der Infektionen auf viel zu hohem Niveau und der Zunahme der Zahlen auch an Schulen steigt allerdings die Nervosität. Bevor sich die Länder doch noch vom schulfernen Kanzleramt und von der einen oder anderen Lehrergewerkschaft treiben lassen, ein paar Hinweise zur Abwägung: “Auch immer mehr Schüler infiziert” – eilfertige Schlagzeilen wie diese rechtfertigen noch keinen Kurswechsel. Zwei, drei Prozent der Schüler in (vorsorglicher) Quarantäne stehen jedenfalls nicht dafür, die Hälfte für eine Art Wechselunterricht heimzuschicken. Und ganz lebenspraktisch: Wer glaubt denn, dass Schüler jenseits des Grundschulalters in der dann freien Zeit weniger ungeschützte Kontakte pflegen würden, als unter den Hygieneregeln der Schulen. Im Gegenteil: Gerade bei den Heranwachsenden fiele mit der Schule eine Institution weitgehend aus, die die Notwendigkeit von Kontakteverringern und Abstandhalten auch in Gruppen hinein vermittelt, die von klassischen Medien kaum noch erreicht werden – in die Risikogruppen der Ausbreitung sozusagen. Und bei aller Unzulänglichkeit des jetzigen Unterrichts: Wer über Monate hinweg die Präsenz der Schüler halbieren will, möge bitte erklären, wie man dann noch ordentliche Schulabschlüsse hinbekommen und Versetzungen ernsthaft vertreten kann. Es bleibt dabei: Die Kinder sind noch immer nicht die Treiber des Geschehens. Und wer die Wirtschaft nicht in die Knie zwingen will, darf die Eltern nicht wieder – und diesmal viel länger – in die Heimbetreuung zwingen.

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