Benzinpreise App – für Autofahrer eine Tankstelle finden

Kaum ein Autofahrer ärgert sich nicht über die hohen und ständig schwankenden Benzinpreise. Wer vielleicht mit der passenden Benzinpreise App eine Tankstelle gefunden hat und dort hinfährt, muss damit rechnen, dass während der Fahrzeit dorthin die Preise bereits wieder gestiegen sind. Während beispielsweise in Österreich der Benzinpreis nur einmal am Tag nach oben korrigiert werden darf, geschieht so etwas in gefühlt im Stundentakt.

Aber wie kommen die ständig neuen Benzinpreise eigentlich zustande und wie sehr kann der Staat davon profitieren?

Ein sehr hohes Niveau

Vor einem Jahr begann der in der Ukraine. Auch ohne die Energielieferungen aus Russland ist die Versorgung in Deutschland gesichert, denn inzwischen wurden neue Lieferwege erschlossen und neue Netzverbindungen aufgebaut. Damit können die Kapazitäten erhöht werden, auch nach dem Embargo der EU gegen die Produkte der russischen Raffinerien wie Kerosin, Diesel oder Heizöl. Der befürchtete Preisschock, der für Februar erwartet wurde, blieb jedoch aus und dass die Benzinpreise wieder stark steigen werden, ist eher nicht der Fall.

Aktuell liegt der Preisunterschied an den Tankstellen im Tagesverlauf bei durchschnittlich 7 bis 9 Cent pro Liter, was sehr viel ist. Also ist es durchaus empfehlenswert, darauf zu achten, welche Tankstelle welche Benzinpreise hat. Die beste Zeit, um günstig zu tanken, liegt statistisch gesehen zwischen 20:00 und 22:00 Uhr.

Was beeinflusst die Benzinpreise?

Benzin wird bekanntlich aus raffiniertem Rohöl hergestellt, also bestimmt auch der Markt für Rohöl den Großteil der Benzinpreise. Dazu kommt das effektive Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, denn daraus entwickeln sich die tagesaktuellen Benzinpreise an den Börsen. Länder wie die USA, Russland, die OPEC-Staaten, der Iran, Saudi-Arabien und Kuwait fördern Erdöl und bieten das Rohöl an. Zusammen mit den Raffinerien bestimmen sie das Angebot und genauso die Nachfrage.

Neben den OPEC-Staaten bestimmen auch Umwelt- und energiepolitische Faktoren die Preispolitik und entscheiden über die Benzinpreise. Dazu kommen dann noch die geopolitischen Entscheidungen sowie die militärischen Interessen, die einen ebenso großen Einfluss auf die Preise haben. Neben den Spekulanten an den Börsen treibt auch ein starker US-Dollar den Benzinpreis in die Höhe.

In der Regel folgen die Preise für Benzin und Diesel aber der Preisentwicklung auf dem Weltmarkt für Rohöl. Der Preis für dieses Öl beeinflusst dann die Preise für den Kraftstoff, der in Deutschland getankt wird.

Wie setzen sich die Benzinpreise zusammen?

Grundsätzlich gibt es fünf Hauptkomponenten, die für den Preis bei Benzin und Diesel verantwortlich sind:

  • Die Energie- oder Mineralölsteuer.
  • Die Mehrwertsteuer
  • Die Beschaffungskosten für das Produkt.
  • Der Deckungsbeitrag der Mineralölwirtschaft.
  • Die Kosten für das CO2-Zertifikat.

Mit dem Begriff Beschaffungskosten ist immer der jeweilige Einkaufspreis an den internationalen Rohstoffbörsen gemeint. 2021 lag der Anteil der Beschaffungskosten bei den Benzinpreisen im Durchschnitt bei rund 27 , was 43 Cent für den Liter ausmacht. Beim Diesel waren es gut 29 Prozent oder 41 Cent pro Liter. Ein Jahr später lagen die Beschaffungskosten für Benzin zum ersten Mal seit drei Jahren wieder über den Kosten für den Diesel. Zuvor blieben die Beschaffungskosten für Benzin immer mehr als drei Cent unter dem Dieselpreis.

Das verdient der Staat

An den hohen Preisen für Benzin und Diesel ist auch der Staat nicht ganz unschuldig, denn er langt besonders bei den Steuern kräftig zu. So lag der komplette Steueranteil 2021 für Benzin bei gut 47 Prozent, beim Diesel waren es sogar 50 Prozent. Zum einen ist da der übliche Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent und zum anderen dann noch die Mineralölsteuer. Sie lag 2021 für Benzin bei 41 Prozent und für den Diesel bei 34 Prozent. Bei der Mineralölsteuer gibt es eine Besonderheit, denn sie trägt seit 2006 einen anderen Namen: Energiesteuer.

Zu diesen hohen steuerlichen Belastungen, welche die Preise für Benzin und Diesel in die Höhe treiben, kommen seit 2021 noch die Kosten für das sogenannte CO2-Zertifikat: Je Tonne CO2 muss eine Summe von 25 bezahlt werden. Umgerechnet auf die Benzin- und Dieselpreise sind das vier bis fünf Prozent vom Gesamtpreis. Diese CO2-Zertifikatskosten werden sehr wahrscheinlich in Zukunft noch weiter zunehmen, womit Benzin und Diesel dann wieder teurer werden.

Weitere Kosten

Zu den Kosten für die Beschaffung und die Steuer kommen noch weitere Faktoren, die Benzin und Diesel so teuer machen: Neben den Ausgaben für die Lagerhaltung und die vom Gesetz vorgegebene Bevorratung sind es noch der Transport, die Marge und der Vertrieb. Alle diese Kosten werden im sogenannten Deckungsbetrag der Mineralölwirtschaft zusammengefasst. Auf diesen Anteil der Kosten entfielen in den vergangenen drei Jahren 11 Prozent auf den Benzinpreis und 22 Prozent auf den Preis für den Diesel.

Ist die Mineralölsteuer ein Preistreiber?

Viele Autofahrer schimpfen, wenn sie die hohen Benzinpreise sehen, auf den Staat und die Mineralölsteuer. Diese wird direkt beim Tanken kassiert: beim Benzin entfallen 48 Prozent und beim Diesel 41 Prozent auf diese Steuer. Die Mineralölsteuer hat eine lange Geschichte, die schon 1939 beginnt. Schon damals wurden Diesel und Benzin in puncto Preis unterschiedlich behandelt. Lag die Steuer 1939 noch bei einem Pfennig pro Liter, so waren es 2003 schon 65 Cent für einen Liter. Die Mineralölsteuer ist eine sogenannte Mengensteuer. Die Höhe der Steuer wird anders als die Mehrwertsteuer nicht in Prozent angegeben, es gibt vielmehr eine fixe Abgabe pro Liter.

Genauer gesagt: Ganz gleich, wie günstig oder teuer die Preise für Benzin und Diesel sind, die Autofahrer müssen immer den gleichen Steuerbetrag pro Liter bezahlen. Ein Preistreiber ist die Mineralsteuer jedoch nicht, denn sie wurde 2003 zuletzt erhöht.

Fazit zu den Benzinpreisen

Rund 60 Milliarden Euro nimmt der Staat jedes Jahr an sogenannten umweltbezogenen Steuern ein. Davon entfallen 40 Milliarden auf die frühere Mineralölsteuer und jetzige Energiesteuer, immerhin 15 Prozent der gesamten Einnahmen des Bundeshaushalts. Dazu kommen dann noch neun Milliarden, die der Staat über die Kraftfahrzeugsteuer bekommt. Für den Autofahrer kommt so ein ordentlicher Betrag zusammen, der dazu beiträgt, das Gemeinwesen zu finanzieren. Was der Staat genau mit der Benzinsteuer und den anderen Steuereinnahmen rund ums anstellt, lässt sich jedoch nur sehr schwer ermitteln, da die Steuern nicht an einen bestimmten Zweck gebunden sind. Als die Steuer 1939 eingeführt wurde, sollte sie dem Bau der Autobahnen dienen, davon ist heute allerdings keine Rede mehr.

Bild: @ depositphotos.com / TriangleProd

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Ulrike Dietz
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