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Der Maler Willi Sitte – Genosse und Revolutionär

Leipzig : Zum 100. Geburtstag des Malers Willi Sitte (1921 – 2013) zeigt der MDR in der Reihe „Lebensläufe“ das TV-Porträt „Zwischen Barock und Staatsmacht – Der Maler Willi Sitte“. Zu sehen ist es am Donnerstag, 25.Februar, um 23.10 Uhr im MDR und bereits ab 22. Februar für 30 Tage inder ARD Mediathek.

Nackte, üppige Körper, zügellose Geschlechterkämpfe, pralle, derbe Sinnlichkeit in expressive Farbenwucht getaucht: So hat sich der Maler Willi Sitte in die jüngere Kunstgeschichte eingeschrieben. An den Altmeistern von der Renaissance bis in die klassische Moderne geschult, hat er die Ekstasen aus der griechischen Götterwelt in die Arbeiter- und Bauernrepublik DDR geholt.

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Der am 28. Februar 1921 in der Tschechoslowakei geborene Sitte wurde 1941 von der Wehrmacht an die Ostfront berufen. Später desertierte er in Italien und schloss sich den antifaschistischen Partisanen an. Italien wurde seine zweite geistige Heimat, er lernte die Sprache und beschäftigte sich mit der Kunstgeschichte. Als überzeugter Kommunist trat er 1947 in die SED ein und wirkte am Aufbau des Sozialismus in Ostdeutschland mit.

Aufgrund seiner Linientreue war er bei der DDR-Führung angesehen und sammelte zahlreiche Ehrungen. Als langjähriger Präsident des Künstlerverbandes und als Mitglied in Volkskammer und Zentralkomitee hatte er großen Einfluss auf die Kunst in der DDR. Doch er eckte auch an bei den Genossen: Sein Stil, der sich an Zeitgenossen wie Pablo Picasso und Max Ernst orientierte, hatte mit dem sowjetisch-sozialistischen Realismus wenig gemein, den Sitte zeitlebens wegen der Ähnlichkeit zur Nazi-Kunst ablehnte.

Nach der Wiedervereinigung wurde er als höriger Staatsmaler abgestempelt und seine Kunstwerke verschwanden in den Depots. „Zwischen Barock und Staatsmacht“ zeigt den Maler im Widerstreit zwischen politischem Engagement und künstlerischem Eigensinn. Galeristen, Künstlerkollegen, Schüler und Experten liefern mit ihren Statements ein facettenreiches Bild des Künstlers. Sittes 100. Geburtstag wird im Herbst 2021 mit einer großen Retrospektive im Kunstmuseum Moritzburg in Halle gewürdigt. Die Saalestadt war Sittes langjähriger Arbeits- und Wohnort, wo er auch 2013 im Alter von 92 Jahren starb.

Hinweis für die Redaktionen: Der Film steht vorab in unserem Online-Pressevorführraum zur Rezension zur Verfügung.

Quellenangaben

Bildquelle: Sitte / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7880 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.
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