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Ein Jahr Corona am Universitätsklinikum in Gießen: Über 1.000 …

Gießen : Am 5. März 2020 wurde der erste mit Covid-19 infizierte Patient am Universitätsklinikum in Gießen aufgenommen. Seitdem wurden über 1.100 positive Infektionsbefunde erhoben, 746 Patient*innen mussten wegen der Schwere der Erkrankung stationär aufgenommen werden, davon 280 in den speziellen Covid-19 Intensivbereichen.

Am Höhepunkt der Pandemie, um den Jahreswechsel 2020/2021, wurden bis zu 120 Covid-19- Patient*innen im UKGM Gießen gleichzeitig stationär behandelt. Wegen der oft langen intensivstationären Behandlungszeiten der schwersterkrankten Patient*innen ergaben sich bislang mehr als 6.000 Behandlungstage auf den Intensivstationen. Dies stellt die höchste Belastung aller Kliniken in Hessen dar und liegt auch weit über dem Durchschnitt aller deutschen Universitätskliniken. Insgesamt sind seit dem Beginn der Pandemie 94 Patient*innen an und mit Covid-19 Infektion auf den Intensivstationen des Universitätsklinikums Gießen verstorben.

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Gewaltige Belastungen für Klinikpersonal

“Diese Zahlen vermitteln einen Eindruck der gewaltigen Belastung, welche die Mitarbeiter des UKGM Gießen seit Beginn der Corona Pandemie zu schultern hatten und haben”, erläutert Prof. Werner Seeger, Ärztlicher Geschäftsführer des UKGM. “Jeder einzelne der mehr als 6.000 Intensivbehandlungstage bedeutet, dass 24 Stunden pro Tag mehrere Pflegekräfte und Ärzte unter Einsatz maximaler intensivstationärer Maßnahmen, belastet durch die notwendigen, umfangreichen Schutzmaßnahmen, um das Überleben des jeweiligen Patienten kämpfen. Denn hinter jedem betroffenen Patienten steht ein persönliches Schicksal. Vielfach verlangte die Maximalbehandlung sogar den Einsatz einer “künstlichen Lunge” (ECMO: Extrakorporale Membranoxygenierung), weil die Beatmung durch die eigene Lunge zum Überleben nicht mehr ausreicht. Den Ärzten und Pflegern der internistischen und operativen Intensivstationen, welche schwerpunktmäßig diese Patienten versorgt haben, mit all den hiermit verbundenen körperlichen und seelischen Belastungen, möchte ich meinen tiefen Dank aussprechen”, so Professor Seeger. “Ebenso gilt der Dank aber auch der speziellen Infektionsstation, die mit sehr hoher Kompetenz den allergrößten Teil der nicht-intensivstationspflichtigen Patienten versorgt hat, der Notaufnahme mit ihrer Rund-um-die Uhr-Bereitschaft, den Hygiene-Mitarbeitern und allen anderen Stationen und Mitarbeitern des Hauses, medizinisch und nicht-medizinisch, weil es nur mit gemeinsamer Anstrengung und vielfachen Umorganisationen des Klinikums möglich war und ist, die hohe Belastung durch die Covid-19- infizierten Patienten, parallel mit der Versorgung aller anderen Patienten, zu schultern”.

Große Erleichterung durch eigene Impfstation

Die hohe Belastung des Personals kommt auch darin zum Ausdruck, dass trotz aller Schutzmaßnahmen bislang mehr als 300 Mitarbeiter*innen des UKGM Gießen selbst an Covid-19 erkrankten, sei es durch Kontakte im Klinikum oder auch außerhalb. Wegen Kontakten mit Infizierten mussten insgesamt mehr als 700 Mitarbeiter*innen zeitweise in Quarantäne geschickt werden, was wiederum eine Verdichtung der Belastung der verbleibenden Kolleg*innen bedeutete. Dass frühzeitig eine Impfung der UKGM Mitarbeiter*innen auf der eigens im Haus eingerichteten Impfstation möglich wurde, war für die Belegschaft eine große Erleichterung. Insgesamt erhielten bislang 3.450 Mitarbeiter*innen des UKGM Gießen zumindest eine Erstimpfung.

“Auch wenn die Zahlen jetzt deutlich abgeklungen sind, kann noch keine Entwarnung gegeben werden”, so Professor Werner Seeger. “Auch gegenwärtig versorgen wir noch 26 schwersterkrankte COVID-19-Patienten auf unseren speziellen Intensivstationen, davon sieben Patienten mit ECMO Behandlung. Wir haben zwischenzeitlich einen Patienten wegen nicht mehr rückbildungsfähigem Versagens der Lunge einer erfolgreichen Lungentransplantation unterzogen, und drei weitere noch sehr junge Patienten mit ähnlich aussichtslosem Lungenversagen werden gegenwärtig für eine mögliche Lungentransplantation vorbereitet. Hierin kommt natürlich auch zum Ausdruck, dass dem Universitätsklinikum in Gießen als überregionalem ARDS Zentrum (Zentrum für akutes Lungenversagen) schwerst erkrankte Patienten aus der ganzen hessischen Region zugewiesen werden. Als Koordinierende Schwerpunktklinik bedankt sich das UKGM ausdrücklich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit allen 17 Krankenhäusern der Landkreise Gießen, Lahn-Dill und Wetterau.”

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die RHÖN-KLINIKUM AG zu 95 Prozent die Verantwortung als Betreiber dieses ersten privatisierten Universitätsklinikums in der bundesdeutschen Geschichte und hat seitdem über 680 Millionen Euro an Eigenmitteln dort investiert. Die 10.900 Beschäftigten versorgen jährlich rund um die Uhr über 96.000 stationäre und 401.000 ambulante, sprich insgesamt 497.000 Patienten. In Gießen und Marburg stehen 2.330 Betten und 57 Operationssäle für modernste Diagnostik und umfassende Therapie und Behandlung auf internationalem Niveau zur Verfügung. www.ukgm.de

Quellenangaben

Bildquelle: ger, Ärztlicher Geschäftsführer des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/109212 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.
Textquelle: RHÖN-KLINIKUM AG, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/109212/4855138
Newsroom: RHÖN-KLINIKUM AG
Pressekontakt: Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM)
Christine Bode | Kommunikation | Pressesprecherin
T. +49 641 985- 40013 | christine.bode@uk-gm.de
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