Forest Stewardship Council (FSC): Rechte von Arbeitnehmer:innen künftig in gesamter FSC-Lieferkette geschützt und …

Freiburg i. Br. (ots) –

Der hat neue Kernarbeitsnormen in die Vorgaben für seine Produktkettenzertifizierung aufgenommen. Rechte der Arbeitnehmer:innen in allen FSC-zertifizierten Betrieben sind fortan besser geschützt. Bis zum 31.12.2022 müssen alle FSC-Zertifikatsinhaber:innen nach der neuen Version auditiert sein.

Im Rahmen der neuen Regeln müssen Inhaber und Inhaberinnen von FSC-Zertifikaten nachweisen, dass sie folgende Anforderungen erfüllen: Keine Kinderarbeit, Beseitigung aller Formen von Zwangs- oder Pflichtarbeit, Beseitigung von Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, Wahrung der Vereinigungsfreiheit (z.B. als Gewerkschaften), Wirksame Anerkennung des Rechts auf Tarifverhandlungen. “Die FSC-Kernarbeitsnormen sind ein großer Fortschritt für die Arbeitnehmer in über 130 Ländern der Welt und für die , für die sie arbeiten, die nun ihr Engagement für die Achtung der Rechte ihrer Arbeitnehmer nachweisen können”, sagt FSC-Generaldirektor Kim Carstensen.

Fest mit dem FSC-Zertifikat verbunden

Der weitreichende Schutz der Arbeitnehmerrechte war schon immer Teil der FSC-Grundsätze und für zertifizierte Waldbesitzende bereits seit Gründung des FSC verbindlich. Abgeleitet von den Kernkonventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO, englisch: ILO) wurden nun die neuen FSC-Kernarbeitsnormen auch in den FSC-Standard für die Produktkette aufgenommen. Mit den neuen Anforderungen soll sichergestellt werden, dass der Schutz der Arbeitnehmerrechte fest mit dem FSC-Zertifikat eines Unternehmens verbunden ist. Als erstes Waldzertifizierungssystem benennt FSC damit nicht nur Kernarbeitsnormen ganz allgemein, sondern verlangt konkrete Verfahren, die die Einhaltung sicherstellen.

Verbindlich: Soziale Grundwerte in der Betriebsprüfung

Die Zertifikatsinhaber:innen müssen die FSC-Kernarbeitsnormen in ihren Betrieben umsetzen und dies auch gegenüber externen Prüfenden nachweisen können. Zu den Vorteilen des neuen Standards zählt, dass er Beschaffungsrisiken im Zusammenhang mit wichtigen Arbeitsbedingungen beseitigt. Unternehmen können nun Anforderungen von Kunden erfüllen, wenn es darum geht zu belegen, dass in Herkunftsregionen die Rechte von Arbeitnehmer:innen eingehalten und überprüft wurden. Ergänzend zu neuen Lieferkettengesetzen in einigen Ländern, welche soziale Mindeststandards in der Fertigung fordern, macht die FSC-Zertifizierung nun weltweit als freiwilliges Zertifizierungssystem soziale Grundwerte zum verbindlichen Teil jeder Betriebsprüfung.

Brigitte Döth, Tarif- und Branchenkoordinatorin für den Bereich Holz und Kunststoff in der IG Metall, sieht die Anforderungen zumindest in Ansätzen erfüllt und begrüßt dies. Gleichzeitig formuliert sie als Ausblick, dass der Weg noch lang sein wird, bis die Normen auch überall eingehalten werden. Sie betont: “Aus unserem Verständnis heraus sind nur die absoluten Mindestbedingungen geregelt, die selbstverständlich sein sollten.”

Hilfen zur Einhaltung der FSC-Kernarbeitsnormen

FSC Deutschland unterstützt Unternehmen in Deutschland mit verschiedenen Arbeitsdokumenten und Angeboten zu den FSC-Kernarbeitsnormen. Weitere Informationen:

https://www.fsc-deutschland.de/de-de/zertifizierung/ratgeber-und-hilfen

Über FSC

FSC ist die verlässlichste Organisation für die Absicherung wichtiger - und Sozialstandards im Wald. Mit weltweit gültigen Standards, der beispiellosen Einbindung aller relevanten Interessengruppen und der Unterstützung durch namhafte Unternehmen sowie anerkannte unabhängige Umwelt- und Sozialorganisationen, gilt FSC als die glaubwürdigste Lösung für nachhaltige Waldwirtschaft. Die Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, die min. jährlich wiederholt wird. Weltweit sind 230 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert. Über 52.000 Unternehmen verfügen weltweit über eine FSC-Zertifizierung für den Handel und die Verarbeitung zertifizierter Materialien.

Über FSC Deutschland

In Deutschland sind rund 1,44 Million Hektar Wald FSC zertifiziert und rund 3.750 Unternehmen verfügen über eine Zertifizierung ihrer Produktkette nach den FSC Standards (Stand: Mrz. 2022). In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die biologische Vielfalt fördert und die gegenüber interessierten Bürgern*innen sowie Organisationen transparent handelt. Kahlschläge bei der regulären Holzernte sind untersagt und Pestizide dürfen nur eingesetzt werden, wenn dies gesetzlich gefordert wird. FSC setzt sich für die Mehrung natürlicher Mischwälder, die Schonung des Waldbodens, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme ein. Damit sind FSC-zertifizierte Wälder stabiler in einem sich wandelnden Klima und können als Ökosystem mehr CO² langfristig binden. Für die Menschen im Wald sichert FSC faire Entlohnung und mehr Bürgerbeteiligung im Wald.

In Deutschland ist FSC als gemeinnütziger Verein tätig und engagiert sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern für eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Zu den Mitgliedern von FSC Deutschland zählen u.a. Umweltorganisationen wie WWF, BUND, NABU und Robin Wood, Soziale Organisationen wie der Bund deutscher Forstleute sowie die Gewerkschaften IG BAU und IG Metall aber auch Waldbesitzer*innen, Kommunen sowie zahlreiche Unternehmen und Verbände aus Produktion und Handel wie u.a. OTTO Group, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Stadt Wiesbaden, Lidl, Dehner, Klöpfer Holz und viele mehr.

Kontakt:

Newsroom: Forest Stewardship Council (FSC)
Pressekontakt: Lars Hoffmann
Tel.: 0761 – 386 53 68
E-Mail:
lars.hoffmann@fsc-deutschland.de

Quellenangaben

Textquelle: Forest Stewardship Council (FSC), übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/7626/5190112

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