Neue ZDFinfo-Doku über das Ruhrgebiet im Umbruch

Mainz (ots) – Das Ruhrgebiet, eine ehemals reiche Industrieregion, gilt als einer der ersten Globalisierungsverlierer der Welt. Die Absatzkrise von Kohle und Stahl führte zu Arbeitslosigkeit, Armut und Abwanderung. In den vergangenen 60 Jahren wurde viel unternommen, um die Wirtschaft auf neue Beine zu stellen. Doch der nachhaltige Erfolg blieb aus – Armutsforscher bezeichnen das Ruhrgebiet als Deutschlands Problemregion Nummer eins. Warum gelingt der Strukturwandel nicht? Die neue Dokumentation “Ruhrpott – Revier im Umbruch: Krise, Start-ups und die Seidenstraße” begibt sich am Freitag, 4. Juni 2021, 20.15 Uhr in ZDFinfo, auf Spurensuche nach den Problemen und Lösungsansätzen. Der Film von Katja Nellissen steht ab Samstag, 29. Mai 2021, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Die Doku schildert, wie die Menschen im Ruhrgebiet selbst die Situation erleben – unter anderem kommt Kabarettistin Gerburg Jahnke zu Wort, die in Oberhausen als Tochter eines Bergmanns geboren wurde und für die das Ruhrgebiet, damals wie heute, ein besonderer Ort ist. Auch Familie Güzel will in ihrer neuen Heimat bleiben, selbst wenn sie zu denjenigen gehört, die im Ruhrgebiet von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen sind. Vor 14 Jahren ist die Familie aus der Türkei nach Bochum gekommen – in der Hoffnung auf eine wirtschaftlich bessere Zukunft. Doch in klammen Kommunen ist es nicht leicht, eine gute Arbeit oder Betreuung für die Kinder zu finden.

In Oberhausen muss Apostolos Tsalastras dauernd sparen. Der Stadtkämmerer verwaltet einen Schuldenberg von fast zwei Milliarden Euro – und gibt in der Doku Einblick in die Herausforderungen seines Arbeitsalltags.

In Recklinghausen versucht Jürgen Jakubeit, Bergmann mit Leib und Seele, die Geschichte des Ruhrgebiets lebendig zu halten. Aus seiner Sicht war es ein Fehler, aus dem Bergbau auszusteigen. In Duisburg sieht Kai Yu eine ganz andere Zukunft für das Ruhrgebiet. Ihr Auftrag: Für die Stadt soll sie möglichst viele chinesische Unternehmer nach Duisburg bringen – Auslandsinvestitionen in Logistik und Hightech als zweites Standbein für den Stahlstandort am Rhein.

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