Soziale Netzwerke für Senioren – ein Weg aus der Einsamkeit?

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Soziale Netzwerke für Senioren – ein Weg aus der Einsamkeit?

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Vor allem für die jüngere Generation gehören soziale Netzwerke zum Alltag wie das Essen oder die Schulaufgaben. 98 Prozent der jungen Leute sind in den sozialen Netzwerken unterwegs, aber wie sieht es bei den Älteren ab 65 Jahre aus? Viele Senioren haben eine gewisse Scheu, wenn es um soziale Netzwerke geht, aber trotzdem sind 65 Prozent bei einem Netzwerk angemeldet. Der Rest hingegen hat große Bedenken bei der Sicherheit oder Schwierigkeiten bei der Anmeldung.

Viele gute Gründe

Die Gründe, warum sich ältere Menschen bei sozialen Netzwerken anmelden, sind vielfältig. Sie bekommen stets die aktuellen Fotos des Enkelkinds oder wollen neue Freunde finden und zu alten Bekannten Kontakt halten. Viele wollen sich aber einfach nur über das neuste Tagesgeschehen informieren. Es gibt auch Senioren, die sitzen vor dem PC und fragen sich: Schaffe ich das denn überhaupt noch? Vielfach fehlt es den alten Menschen an kompetenter Unterstützung. Ein anderes Problem ist, dass die Senioren auch mit einem Account in einem sozialen Netzwerk nach wie vor allein zu Hause sitzen. Nicht immer können die Bekannten im Netz reale Menschen ersetzen. Damit soziale Netzwerke ein Weg aus der Einsamkeit sind, gibt es passende Seiten für Senioren.

Die passenden Netzwerke

Neben Facebook und Co. gibt es eine Reihe von sozialen Netzwerken, die nur für Senioren gemacht sind. Da gibt es beispielsweise die Seite „Feierabend.de“. Anders als bei Facebook treffen sich die Mitglieder dieses Netzwerks nicht nur online, sondern auch persönlich. Es gibt sogenannte regionale Gruppen, in denen sich die Nutzer zu gemeinsamen Ausflügen oder zu einem Kaffeeklatsch verabreden können. Die meisten der Mitglieder von „Feierabend.de“ sind von diesem Angebot begeistert und die persönlichen Treffen sind ihnen sehr wichtig. Es gibt aber auch soziale Netzwerke für die ältere Generation, die sich lediglich am Gewinn orientieren und Premium-Mitgliedschaften anbieten. Welche sozialen Netzwerke im Alter richtig sind, lässt sich nur mit gezielten Fragen herausfinden. Daher ist es sinnvoll, Freunde oder die Familie zu bitten, bei der Anmeldung behilflich zu sein.

Sich austauschen

Viele soziale Netzwerke für Senioren bieten auch Hilfe bei Computerfragen an. Es gibt Gruppen, in denen sich die Mitglieder austauschen können, wenn sie Probleme mit dem PC haben. Ältere Menschen hören lieber auf den Rat von Gleichaltrigen, als sich von einem jungen Menschen etwas erklären zu lassen. Das ist unter anderem auch beim Thema Anglizismen der Fall. Nicht alle Älteren sprechen oder verstehen die englische Sprache und scheuen deshalb die Anmeldung in einem der sozialen Netzwerke. Auch nach der Anmeldung lauern viele Begriffe aus dem Englischen. Diese Begriffe lassen sich viele Senioren lieber von Menschen erklären, die im gleichen Alter sind wie sie selbst.

Immer mehr Senioren suchen durch soziale Netzwerke einen Weg aus der Einsamkeit. Sie genießen es, am PC zu sitzen, zu chatten und sich mit Menschen in ihrem Alter auszutauschen. Senioren Netzwerke wie „Herbstzeit“ oder „Platinnetz“ sind gut besucht und freuen sich über viele neue Anmeldungen. Ältere Menschen haben jedoch auch Bedenken, wenn es um die Sicherheit geht. Wertvolle Tipps rund um das Thema sichere Passworte und Verbindungen gibt es beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI.

Bild: © Depositphotos.com / nito103

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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