Wie werden moderne Straßen und Autobahnen gebaut?

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Wie werden moderne Straßen und Autobahnen gebaut?

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Jeder ist wahrscheinlich schon mal über eine Autobahn gefahren. Aber kaum jemand weiß auch, aus welchem Material die Fahrbahndecke eigentlich besteht. Viele Autofahrer ärgern sich über die zahlreichen Baustellen und denken vielleicht nicht darüber nach, warum gebaut wird und dass nur eine Fahrbahn ohne Schäden auch eine sichere Autobahn garantiert. Viele Straßen sind immer noch nicht im Idealzustand und das macht die vielen Baustellen erforderlich, denn schließlich möchte jeder auch gesund ans Ziel kommen. Aus welchem Material besteht eigentlich die Fahrbahndecke auf modernen Straßen und Autobahnen?

Welches Material wird verwendet?

Eine neue Fahrbahndecke zu bauen, ist nicht so einfach, wie es vielleicht klingt. Die Steine, die zum Einsatz kommen, müssen eine gute Qualität haben, aber auch die Witterungsverhältnisse beim Verlegen müssen stimmen. Ein Material wie der Bitumen muss heiß auf die Baustelle kommen. Der sogenannte Flüsterasphalt, der bereits auf vielen Strecken des Autobahnnetzes zum Einsatz kommt, setzt eine bestimmte Mischung an Bitumen voraus, der eine bessere Bindemittelfähigkeit haben muss. Vor allem auf viel befahrenen Teilstücken ist diese Mischung gefragt. Leider hält dieser besondere Asphalt nur zehn Jahre, normale Fahrbahndecken müssen hingegen erst nach gut 20 Jahren erneuert werden.

Wie wird Bitumen hergestellt?

Die Fahrbahndecke auf Straßen und Autobahnen besteht aus Bitumen, einem Produkt aus Erdöl. In der heutigen Zeit handelt es sich dabei um ein technisch raffiniertes Rohöl, das aus Kohlenstoff und Wasserstoff besteht. Die chemische Zusammensetzung ist immer unterschiedlich, da sich die Anteile der jeweiligen Inhaltsstoffe, aber auch die Dichte immer wieder ändern. Der erste Schritt auf dem Weg vom Rohöl zum Bitumen ist die sogenannte atmosphärische Destillation. Bei diesem Vorgang verdampfen die Bestandteile, die ein geringes Gewicht haben und kondensieren dabei. Die Vakuum-Destillation ist der zweite Schritt, dabei verdampfen Öle, die später zu Schmierölen werden. Der flüssige Bitumen ist dann das Ergebnis des dritten und letzten Schritts. Tankwagen bringen den Bitumen zu den Baustellen, dort erfolgt bei Temperaturen von bis zu 200° Grad die Verarbeitung zu Straßenbelag.

Die richtige Lagerung von Bitumen

Bei der Lagerung von Bitumen ist es wichtig, dass die Flüssigkeit nicht überhitzt, denn das verändert die Konsistenz. Ideal ist eine Lagerung bei mindestens 30° Grad unter seinem sogenannten Flammpunkt. Für die Lagerung und die spätere Verarbeitung gilt bei Straßenbitumen eine Temperatur von maximal 200° Grad. Moderne Tanktechnologien sowie Füllstandssensoren überwachen ständig die Füllmenge und die richtige Temperatur.

Die moderne Autobahn

Mit intelligenten Systemen wie Drucksensoren und Informationsbildschirmen soll die Fahrt auf den deutschen Autobahnen entspannter werden. 2000 Staus am Tag sind zu viel, hier muss über innovative Lösungen nachgedacht werden. Auch Wärmebildkameras und Erkennungssysteme sind Technologien, die in Zukunft auf den Straßen und Autobahnen zum Einsatz kommen. Sie tragen dazu bei, dass der Verkehr schneller und sicherer vorankommt.

Fazit

Mehr als 12.500 Kilometer umfasst das deutsche Autobahnnetz und es ist damit eines der dichtesten Autobahnnetze dieser Welt. Forscher und Wissenschaftler arbeiten daran, dieses große Verkehrsnetz noch besser und effektiver zu machen. Besonders die Autobahnen müssen viel aushalten, denn jedes Jahr legen Autos, Lastkraftwagen und Motorräder darauf mehr als 200 Milliarden Kilometer zurück. Ein gutes Material für den Belag, moderne Technik und auch eine gute Wartung garantieren stets eine gute Fahrt.

Bild: @ depositphotos.com / wabeno

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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