Guarana - Der sanfte Wachmacher?

Guarana – Der sanfte Wachmacher?

Guarana erfreut sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit. Ob in Energydrinks, Bier, Wein oder Kakao, viele Getränkehersteller setzen auf den neuen Trend. Vom Nachtleben und diversen Alkoholika abgesehen, dient das Superfood aber vor allem auch als Kaffeeersatz. Guarana Extrakt am Morgen im Kakao oder Orangensaft gilt als idealer Start in einen aktiven Tag.

Das besondere an Guarana ist sein hoher Koffeingehalt. In den getrockneten Samen beträgt dieser tatsächlich 8 Prozent und ist damit etwa 3 bis 4 mal so hoch wie in Kaffee. Trotzdem gilt Guarana als mild und verträglich. Das Koffein in Guarana ist an Stoffe gebunden, die seine Aufnahme durch den Körper verlangsamen. Auch der Abbau wird verzögert. Auf diese Weise verlängert sich nicht nur der Wirkzeitraum, es fehlen auch das von Kaffee bekannte “Hoch” mit dem anschließenden “Tief”. Das Koffein schont den Magen und ist der Verdauung zuträglich.

Guarana ist aber nicht nur mild, sondern soll weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen. Teils sind diese durch Studien belegt, andere wiederum basieren lediglich auf der Empirie:

  • Neben Koffein enthält Guarana zwei weitere Energielieferanten: Thoebromin und Theophyllin. Die Substanzen wirken sich sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Leistungsfähigkeit aus.
  • Die enthaltenen Gerbstoffe und Saponine sorgen nicht nur für eine langsamere Aufnahme des Koffeins. Als Antioxidanzien fangen sie ebenso freie Radikale und schützen so die Zellen. Die Kosmetikindustrie macht sich diesen Effekt zu nutzen und verwendet Guarana in zahlreichen Anti-Aging-Produkten.
  • Guarana unterstützt den Körper bei sportlichen Aktivitäten nicht nur durch eine gesteigerte Leistungsfähigkeit, sondern fördert ebenso aktiv die Fettverbrennung. Außerdem wird durch das Superfood das Hungergefühl gemindert. Diese Eigenschaften machen Guarana zu einem guten Begleiter von Diäten. Die Einnahme von Guarana allein wird jedoch nicht zum dauerhaften Gewichtsverlust führen.
  • Wissenschaftliche Studien beschäftigen sich mit den Wirkungen auf den Cholesterinspiegel und Krebs. Abschließend können die genauen Effekte leider noch nicht beurteilt werden, erste Ergebnisse sind jedoch vielversprechend.
  • Guarana stärkt das Immunsystem. Die Inhaltsstoffe der Frucht wirken fieber- und entzündungssenkend. Auch den Ureinwohnern Südamerikas waren diese Eigenschaften bekannt und sie nutzten die Früchte als Heilmittel bei Erkältungen und grippalen Infekten.

Trotz all der positiven Eigenschaften sollten einige Dinge im Umgang mit Guarana beachtet werden. Eine Überdosierung tritt bei der Einnahme von ca. 20 g reinem Guarana Pulver ein. Diese führt unangenehme Begleiterscheinungen wie Herzrasen, Unruhe, Kopfschmerzen und Schlafstörungen mit sich. Kinder und Schwangere sowie Frauen in der Stillzeit sollten generell auf die Einnahme von Guarana verzichten. Die Studienlage reicht nicht aus um eventuell schädliche Auswirkungen auszuschließen.

Neben Guarana existieren weitere Pflanzen, die in ihrer Wirkung ähnlich sind oder Guarana gut ergänzen. Hier sind vor allem Maca, Ginseng und grüner Tee zu nennen. Während die ersten beiden vor allem auf sportliche Effekte abzielen, ist grüner Tee eine weitere gesunde Alternative zu herkömmlichen Kaffee. Übrigens machen sich auch Hersteller verschiedener Nahrungsergänzungsmittel die positiven Wechselwirkungen zu nutzen und vertreiben Produkte in denen Guarana mit anderen Superfoods kombiniert wird.

Bei der Vielzahl unterschiedlicher Guarana Produkte stellt sich die Frage nach der passenden Form. Am beliebtesten sind Pulver und Kapseln. Pulver eignet sich damit besser für die Verwendung in Smoothies und Säften. Des Weiteren hat es den Vorteil, dass die Dosierung auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann. Verwendet man es in Orangensaft oder Kakao, lässt sich Pulver als Start in den Tag verwenden. Kapseln können einfacher dosiert werden und sind auch unterwegs leicht einzunehmen. Dafür sind sie nicht in der Lage das Ritual einer morgendlichen Tasse Kaffee zu ersetzen.

Bild: @ depositphotos.com / kung_mangkorn

Gabi Klein