Traurig sein, um zu lernen

Kassel (ots) –

Am Sonntag, 14. November, ist Volkstrauertag. Den gibt es schon seit fast 100 Jahren. Damals war der Erste Weltkrieg gerade zu Ende. In hatte sich ein Verein gegründet, um die unglaublich vielen toten Soldaten zu begraben. Und um ihren Familien zu sagen, wo die Gräber sind, damit sie sie besuchen können. Der Verein nannte sich Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Er hat mit dafür gesorgt, dass diese Kriegstoten seit 1922 an einem Tag im Jahr im Mittelpunkt stehen. Damals sollte das ein Zeichen sein, dass alle – also das ganze Volk – um die Toten trauern, und nicht nur die, die mit ihnen verwandt oder befreundet waren. So ist der Volkstrauertag entstanden.

Soldatengräber in 46 Ländern

Noch nicht mal 20 Jahre später hat Deutschland den Zweiten Weltkrieg angefangen mit noch viel mehr Toten. Über 60 Millionen waren es in allen Ländern zusammen – eine unvorstellbar große Zahl. In 46 Ländern gibt es heute Friedhöfe für deutsche Soldaten. Kriegsgräberstätten heißen sie.

In den meisten Dörfern und Städten bei uns hat man auf dem Friedhof ein Ehrenmal aufgestellt. Darauf stehen die Namen der getöteten Soldaten aus diesem Dorf, aus dieser Stadt, damit man sich immer an sie und ihren Tod erinnert. An diesen Ehrenmälern kommen am Volkstrauertag Menschen zusammen, um an sie zu denken.

, , alte Leute

Inzwischen erinnern sie auch an die, die gelitten haben und gestorben sind, obwohl sie keine Soldaten waren. An Frauen und Kinder, an alte Leute. Und an die, die sterben mussten, weil es im Nationalsozialismus – in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges – unvorstellbaren Hass und schlimmste Ausgrenzung gab. Die, die anders waren, eine andere Meinung hatten als die Nationalsozialisten, die anders aussahen oder anders leben wollten, wurden ausgegrenzt, verfolgt und ermordet.

Das, was ihnen allen passiert ist, soll unvergessen bleiben, damit es nie wieder passiert.

Heute denken die Menschen am Volkstrauertag aber auch an die, die jetzt leiden. An Menschen in anderen Ländern, wo gerade herrscht – auch in Europa. Und an die, die deshalb ihr Land verlassen müssen und auf der Flucht sind.

Worte und Musik

Am Volkstrauertag hält immer jemand eine Rede und fast überall gibt es Musik. Oft sind heute Schülerinnen und Schüler dabei, die sich mit dem Thema “Krieg und Gewaltherrschaft” beschäftigt haben und etwas darüber erzählen, zeigen und manchmal auch vorführen.

Den Verein, der den Volkstrauertag im ganzen Land verbreitet hat, gibt es immer noch: 102 Jahre alt ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge inzwischen. Sein Ziel heute ist es, den Frieden zu erhalten. Dafür bringt er auf den Kriegsgräberstätten aus vielen Ländern zusammen, damit sie sich kennen- und verstehen lernen und erfahren, was im Krieg passiert ist (www.volksbund.de/workcamps). Und auch heute noch kümmert er sich um die Gräber der toten deutsche Soldaten und der anderen Kriegstoten von früher in 46 Ländern. Damit allen klar ist, dass es nie wieder Krieg geben darf. Und damit das niemand je vergisst.

Quellenangaben

Bildquelle: Warum es nie wieder Krieg geben darf, lernen Kinder auf einer Kriegsgräberstätte für deutsche Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg in Fricourt in Frankreich. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/18238 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.
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