“Leistung zum Nulltarif?”: Eine 3sat-Dokumentation über den Wert der Sorge für …

Mainz (ots) –

Donnerstag, 2. Dezember 2021, 22.55 Uhr Erstausstrahlung

Spätestens seit der Coronapandemie wird heiß diskutiert, wessen systemrelevant ist. Ist es zeitgemäß, nur bezahlte Tätigkeiten als Leistung zu definieren? Gerade die Sorge für andere Menschen und die Hausarbeit bleiben meistens außen vor. zeigt die “Leistung zum Nulltarif? – Vom Wert der Sorge für andere” am Donnerstag, 2. Dezember 2021, um 22.55 Uhr in Erstausstrahlung. Ilona Kalmbach und Sabine Jainski stellen Arbeitsmodelle zur besseren Vereinbarung von Familie und sowie Konzepte, die ehrenamtliche Care-Arbeit auf Zeitkonten gutschreiben, vor.

Beispiel Ludwigshafen: Bei der BASF werden viele Führungspositionen inzwischen auch als Jobsharing-fähig ausgeschrieben. Vorreiter waren Saskia Sporys und Daniel Zirnig, die sich gemeinsam um die Teamleitung von weltweit verstreut arbeitenden Produktmanagern bewarben. Sie bekamen den Job und arbeiten nun jeweils 60 Prozent, um genügend Zeit für die betreuende Aufgaben innerhalb ihrer jungen Familien zu haben.

Für dieses Ziel steht der “Equal Care Day”. Er will eine gerechtere Verteilung der Sorge-Arbeit ins öffentliche Bewusstsein rücken. Initiatorin Almut Schnerring und Initiator Sascha Verlan leben und arbeiten gemeinsam, sie haben drei Kinder. In ihren Büchern legen sie dar, wie Kinder noch heute Geschlechterklischees erlernen, die später die Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit bestimmen.

Dass es gerade für die Anerkennung von Sorgearbeit auch andere Modelle gibt als die Bezahlung, zeigt das Sozialunternehmen “Zeitpolster” aus Vorarlberg in . Die Rentnerin Heidi Ludescher kümmert sich in ihrer um zwei Jungs mit Beeinträchtigungen, wenn deren alleinerziehende Mutter arbeiten muss. Die Stunden, die sie mit den beiden verbringt, bekommt sie gutgeschrieben – für später, wenn sie selbst auf Hilfe angewiesen ist. Ein Generationenvertrag, der Schule macht.

Das Konzept hat inzwischen landesweite Ableger und zudem Nachahmer in der gefunden: In St. Gallen hat die Stadt die “Stiftung Zeitvorsorge” gegründet. Die Freiwilligen können 750 Stunden ansparen. Dieses Zeitvermögen garantiert die Stadt Sankt Gallen. Es sind Modelle zwischen Ehrenamt und bezahlter Tätigkeit. Die Freiwilligen werden honoriert, aber nicht mit Geld bezahlt. Trotzdem können sie eine Ergänzung zur eigenen aufbauen, sie schaffen gemeinsam ein Netz, das sie auch im Alter tragen wird.

Ansprechpartnerin: Claudia Hustedt, Telefon: 06131 – 70-15952; -Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de

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