Alte Faszination, neue Impulse

Berlin (ots) –

Die Aufnahme vollwertiger diplomatischer Beziehungen zwischen Usbekistan und Deutschland liegt erst 30 Jahre zurück. Doch das geheimnisvolle Zentralasien mit seinen antiken Städten Samarkand und Buchara und der sagenumwobenen Seidenstraße hat die Deutschen schon immer fasziniert und angezogen.

Die Aufnahme vollwertiger diplomatischer Beziehungen zwischen Usbekistan und Deutschland liegt erst 30 Jahre zurück. Doch die Geschichte und Kultur dieses jungen unabhängigen Staates in Zentralasien, der an der legendären Seidenstraße liegt, und seine uralten Städte wie Samarkand, Buchara und Chiwa haben die Deutschen schon immer fasziniert und angezogen.

Der bayerische Ritter Johannes Schiltberger aus Trostberg, den man auch den deutschen Marco Polo nennt, hinterließ Memorien über sein Leben beim Hofe von Amir Timur und seinen Söhnen im 15. Jahrhundert. Johann Wolfgang von Goethe besang in seinem “West-östlichen Divan” den Timuridenstaat. Die Liste ließe sich lang fortsetzen.

Am 6. März 1992 fand ein Notenwechsel zwischen den beiden Ländern statt. Das neue Usbekistan, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unabhängig geworden war, war erst wenige Monate alt. Deutschland trug zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit in dem jungen Staat bei und war eines der ersten Länder der Europäischen Union, die die Unabhängigkeit der Republik Usbekistan bereits am 31. Dezember 1991 anerkannten. Schon im Dezember gleichen Jahres eröffnete Deutschland seine diplomatische Vertretung in Taschkent.

Der Amtsantritt von Shavkat Mirziyoyev im Jahre 2016 – nach 25 Jahren Herrschaft des ersten Präsidenten Usbekistans, Islam Karimov – markiert eine bedeutende Liberalisierung und Modernisierung des politischen und wirtschaftlichen Lebens in Usbekistan. Eine ganze Reihe radikaler und ehrgeiziger Reformen soll das Land in jeder Hinsicht nach vorne bringen. Dies gab den usbekisch-deutschen Beziehungen einen neuen Impuls und hob sie auf ein neues Niveau.

Deutschland unterstützte den neuen Kurs des Übergangs zur Demokratie in Usbekistan. Durch seine Öffnung wird Usbekistan zunehmend auch zum Motor der Region und setzt dabei auf eine engere Zusammenarbeit mit westlichen Ländern. Deutschland spielt hier eine entscheidende Rolle. Im Januar 2019 kam Präsident Shavkat Mirziyoyev zu seinem ersten offiziellen Deutschlandbesuch in diesem Amt zu politischen Gesprächen nach Berlin. Dies war der erste Besuch eines usbekischen Staatschefs in Deutschland nach einer 18-jährigen Pause.

Seitdem ist Deutschland der wichtigste Technologie- und Investitionspartner Usbekistans, und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern hat sich verstärkt. Auch der vor einigen Jahren gegründete Deutsch-Usbekische Wirtschaftsrat wirbt für das Investitionspotenzial Usbekistans in Deutschland. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Organisation von Messen und Foren sowie die Vertretung der Interessen der usbekischen Wirtschaft in Deutschland.

Trotz der globalen Pandemie übersteigt der Zufluss von deutschem Kapital und Investitionen in die usbekische Wirtschaft (Stand 2020) 700 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 25 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Die Zahl der Unternehmen mit deutschem Kapital nimmt jährlich zu.

Waren 2016 noch 120 Unternehmen mit Beteiligung deutscher Investoren in Usbekistan tätig, sind es heute bereits rund 200. Rund 50 neue Joint Ventures wurden gegründet. Namhafte deutsche Unternehmen wie MAN, Claas, Knauf und Papenburg sind in Usbekistan tätig.

Der bilaterale zwischen Usbekistan und Deutschland ist in den vergangenen drei Jahren um fast 60 Prozent gewachsen und gehört damit zu den am schnellsten wachsenden in der deutschen Handelsstatistik mit Osteuropa. Auch die usbekischen Exporte nach Deutschland sind gestiegen – um mehr als 30 Prozent im Jahr 2020.

Usbekistan exportiert vor allem Textil-, Agrar- und Chemieprodukte nach Deutschland. Da die EU seit April 2021 einen zollfreien Marktzugang im Rahmen des Sonderstatus “APS+” gewährt, wird Usbekistan für deutsche Importeure zu einem noch vielversprechenderen Markt angesichts der Neuordnung der Lieferketten wegen der Coronavirus-Pandemie. Im laufenden Jahr seien 24 gemeinsame Projekte mit einem Gesamtvolumen von über einer Milliarde US-Dollar geplant, heißt es aus Taschkent.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine verlassen viele westliche Investoren den russischen Markt und richten einige deutsche Unternehmen ihr Augenmerk auf Usbekistan. Die politische und soziale Stabilität des Landes, seine wachsende Wirtschaft und das günstige Investitionsklima sind gute Voraussetzungen für den Einstieg in den Markt.

Seine geografische Lage im Herzen Zentralasiens mit einer Bevölkerung von 70 Millionen Menschen ist ein weiterer Vorteil des Landes. Jedes Jahr kommen mehr als 600.000 junge Menschen in Usbekistan auf den Arbeitsmarkt. Dies ist eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung für das Land.

Die usbekische Regierung fördert die Beschäftigung ihrer Bürger im Ausland. Die usbekische Agentur für externe Arbeitsmigration hat kürzlich Vereinbarungen mit einigen deutschen Unternehmen unterzeichnet, die es ihnen erlauben, deutschsprachige usbekische Staatsbürger für eine duale Berufsausbildung und Arbeit in Deutschland anzuwerben.

Die Zusammenarbeit trägt Früchte: Die ersten jungen Usbeken lernen und arbeiten bereits in Deutschland. Das Interesse an Deutschland unter jungen Menschen in Usbekistan ist enorm. So hat Usbekistan nach Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die höchste Zahl an Deutschstudenten in ganz Asien. Heute lernen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen mehr als 400.000 junge Usbeken Deutsch.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben die beiden Staatsoberhäupter Schawkat Mirziyoyev und Frank-Walter Steinmeier am 14. März 2022 in einem Telefongespräch Glückwünsche ausgetauscht und den aktuellen Stand und die Perspektiven der Zusammenarbeit erörtert.

Während Usbekistan seine umfassenden Reformen und seine Öffnung fortsetzt, wird die Region zunehmend zu einer treibenden Kraft. Die Politiker beider Länder wollen diese Entwicklung weiterhin unterstützen und haben sich für einen regelmäßigen politischen Dialog und aktive Kontakte auf verschiedenen Ebenen ausgesprochen.

Im derzeitigen Klima globaler Turbulenzen sieht sich Usbekistan als eines der wenigen Länder der Welt, aus denen gute Nachrichten kommen. Das Land lädt zur Zusammenarbeit ein: die Türen sind offen. Deutsche Unternehmen, Hochschulen und Organisationen sollten diese Chance ergreifen, die Aussichten sind gerade jetzt vielversprechend.

Es ist erwähnenswert, dass die persischen und türkischen Völker in diesen Tagen die Frühlings-Tagundnachtgleiche, Navruz, feiern, die in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen und von der UN-Generalversammlung zu einem internationalen Tag erklärt wurde. Auch in Usbekistan wird es seit der Antike gefeiert. Dieser Feiertag symbolisiert den Beginn eines neuen Jahres, das Erwachen der Natur. Und es ist auch ein starkes Symbol für die sich entwickelnde usbekisch-deutsche Zusammenarbeit.

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