Franchise – der sichere Weg in die Selbstständigkeit?

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Franchise – der sichere Weg in die Selbstständigkeit?

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Franchise – der sichere Weg in die Selbstständigkeit?

Viele Menschen träumen davon, beruflich auf eigenen Füße zu stehen und sich mit einem Unternehmen selbstständig zu machen. Der Weg in die Selbstständigkeit ist aber mit vielen Problemen und mit jeder Menge Aufwand gepflastert, was die Wunschträume schnell zerstören kann. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten, und zwar ohne Probleme – mit Franchising. Franchise erfreut sich in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit und ist mittlerweile in fast allen Branchen zu finden. Wer zum Beispiel bei McDonalds isst, der isst streng genommen nicht bei der amerikanischen Fast-Food-Kette, sondern bei einem Franchise-Unternehmer.

Was genau ist Franchise?

Vereinfacht ausgedrückt ist Franchise so etwas wie eine Leistungspartnerschaft zwischen einem Franchise-Geber und einem Franchise-Nehmer. Diese Partnerschaft bedeutet für beide Seiten viele Vorteile, zum Beispiel beim Einkauf und bei der Werbung, aber auch der bessere Zugang zu lokalen Märkten und die Akquise der Kunden wird durch Franchise einfacher. Beide Franchise-Partner verbindet ein gemeinsames Ziel, denn sie wollen und können auch Märkte zum einen profitabler und zum anderen auch nachhaltiger besetzen. Franchise ist praktisch eine Symbiose, da beide, der Geber und der Nehmer, voneinander profitieren.

Die drei Formen des Franchise

Für ein Franchise Unternehmen gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:

  • Das Markenfranchise funktioniert mit der bekannten Expansionsmethodik, die den Franchise-Partner dazu befähigt, an einem regionalen Markt mehrere Standorte oder auch Vertriebsteams aufzubauen und zu führen.
  • Das Vertriebsfranchise, bei dem der Franchise-Geber einen oder auch mehrere Absatzwege mit allen Instrumenten, die dazugehören, sowie mit den passenden Verkaufsmethoden dem Franchise-Nehmer zur Verfügung stellt.
  • Das Betriebsfranchise enthält zusätzlich noch ein bereits erprobtes und vollständiges Know-how sowie ein komplettes Leistungspaket, um ein Unternehmen vor Ort selbstständig führen zu können.

Ein Beispiel für das Betriebsfranchise sind die bekannten Fast-Food-Ketten wie Burger King und McDonalds. Der Franchise-Geber, also die jeweilige Fast-Food-Kette, stellt dem Franchise-Nehmer ein komplett eingerichtetes Restaurant zur Verfügung, das der Franchise-Nehmer dann eigenständig vor Ort führt. Es wird aber nicht nur die Einrichtung gestellt, auch alles, was sonst für das Restaurant benötigt wird, wie beispielsweise alles für die Küche, kommt vom Franchise-Geber. Der künftige Restaurantbesitzer muss sich um diese Dinge nicht mehr kümmern, was sein Risiko auch in finanzieller Hinsicht deutlich minimiert.

Welche Aufgabe hat der Franchise-Geber?

Die Franchise-Partner gehen ein Tauschgeschäft miteinander ein, bei dem jeder seine bestimmten Aufgaben hat. So entwickelt der Geber die Geschäftsidee und bringt ein Konzept bis zur Marktreife. Wenn sich die Idee auf dem Markt erfolgreich behaupten konnte, dann bietet er sein Konzept einem selbstständigen Franchise-Partner gegen ein Entgelt an. Der Geber führt, koordiniert und entwickelt sein Konzept immer weiter, er ist die Zentrale, die neue Impulse setzt und die auch bestimmt, wann das Unternehmen expandieren soll.

Die Aufgaben des Franchise-Nehmers

Der Franchise-Nehmer verpflichtet sich dazu, die Ideen und das Konzept des Gebers vor Ort umzusetzen, und agiert dabei als ein lokaler und regionaler Anbieter. Der Nehmer muss die Leistung erbringen, den Vertrieb leiten, den mit dem Franchise-Geber vereinbarten Expansionsplan vorantreiben und auf dem lokalen Markt aufbauen. Wenn sich ein regionales Unternehmen sehr gut entwickelt, dann kann es durchaus vorkommen, dass der Geber den Franchise-Nehmer dazu auffordert, ein weiteres Geschäft vor Ort zu eröffnen und es zu führen. So kann ein Franchise Unternehmer in einer Stadt gleich mehrere Filialen eröffnen, ohne dass sich diese Filialen gegenseitig Konkurrenz machen.

Lohnt sich Franchise?

Wer sich den Traum von einem eigenen Geschäft oder einem Restaurant erfüllen möchte, der sollte sich über die Möglichkeiten informieren, die Franchise bietet. In allen drei Franchise-Varianten ist der Nehmer immer ein selbstständiger Unternehmer, der auch die unternehmerische Verantwortung trägt. Durch Franchise wird es einfacher, seinen Platz auf dem Markt zu finden, und auch der Aufbau des Unternehmens sowie die Führung und eine mögliche Expansion sind nicht mehr so kompliziert.

Bild: © Depositphotos.com / 2nix

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

1 Kommentar zu: Franchise – der sichere Weg in die Selbstständigkeit?

  1. Maria J.

    10. April 2017

    Besonders in der Gastronomie ist der Trend zu großen Ketten scheinbar ungebrochen. Was waren das für schöne Zeiten, als der Inhaber eines Lokals noch persönlich in der Küche oder hinter dem Tresen stand. Jeder kannte jeden und oft war das Herzblut des persönlichen Engagements förmlich spürbar. Und heute? Naja, das ist wohl der Preis der Globalisierung …

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