Marmelade oder Konfitüre – die neuste Posse aus Brüssel

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Marmelade oder Konfitüre – die neuste Posse aus Brüssel

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Der Brexit ist da und mit ihm geht nicht nur ein ganzes Volk aus der EU, es verschwinden auch einige wichtige Dinge, die die Briten einst als ihren Beitrag zur Europäischen Gemeinschaft geleistet haben. Dazu gehört auch, dass die Briten bestimmen durften, was sich Marmelade nennen darf und was nicht. Damit die Briten nicht allzu traurig sind, hatte sich ein findiger EU-Abgeordneter Gedanken darüber gemacht, wie man das schöne Wort Konfitüre loswerden kann.

Andere Ansichten

Die Briten sind für ihre eigenwillige Küche bekannt. Dazu gehört auch eine undefinierbare Paste aus Hefe, die den Namen Marmite trägt und die außer den Inselbewohnern kaum jemand auf sein Frühstücksbrot streichen würde. Schlechter Geschmack hinderte die Briten aber nicht daran, dem Rest der EU aufzuzwingen, was Marmelade ist und was nicht. Laut einer EU-Verordnung aus dem Jahre 1979 dürfen nur Brotaufstriche Marmelade genannt werden, die mindestens 20 % Zitrusfruchtanteil haben. Dazu gehört auch die auf der Insel so beliebte bittere Orangenmarmelade, hingegen müssen die Brotaufstriche aus eingekochten Erdbeeren oder Kirschen, wie sie in Deutschland verkauft werden, Konfitüre heißen.

Die Ideen des Abgeordneten

Der etwas klebrige Streit um Marmelade und Konfitüre hat dem EU-Abgeordneten Jakob von Weizsäcker (SPD) so sehr zugesetzt, dass er jetzt eine schriftliche Anfrage an die EU-Kommission gerichtet hat, ob man das Marmeladengesetz nicht wieder frei gestalten könnte, wenn die Briten endlich weg sind. Es kann schließlich nicht angehen, dass man in Österreich und Deutschland zum Leidwesen vieler Verbraucher, das, was eigentlich Marmelade ist, nur Fruchtaufstrich oder Konfitüre nennen darf. Das, was der Abgeordnete durchaus mit Humor gesehen hat, kommt bei der absolut humorfreien EU-Kommission nicht gut an. Es gäbe keine Pläne, diese Richtlinien zu überprüfen, ließ man Herrn von Weizsäcker wissen, man müsse sich mit anderen Dingen beschäftigen, die momentan wichtiger sind.

Aufregung in Großbritannien

Wenn sich auch die EU mit dem Thema Marmelade nicht befassen will, die Briten wollen es umso mehr. Die konservative Presse sprach schon wieder von den Hunnen, die ihnen, den Briten, die Marmelade wegnehmen wollen und der „Daily Express“ titelte, angelehnt an einen Spruch von Margaret Thatcher, „I want my marmelade back“. Jakob von Weizsäcker sieht das Ganze sehr gelassen, denn er lud einen britischen Kollegen und Brexit-Befürworter ein, die Marmeladengläser zu tauschen, was dieser sehr gerne annahm.

Bild: © Depositphotos.com / Shaiith79

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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