Double Seating – die neue Art zu essen

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Double Seating – die neue Art zu essen » Nachrichten Heute

Ulrike Dietz
3 min

Essen im Schichtbetrieb gibt es normalerweise nur in Kantinen, in Restaurants ist das Essen in Schichten relativ neu. Der neue Trend nennt sich „Double Seating“ und kommt, wie sollte es anders sein, aus den USA. Beim „Double Seating“ vergeben Restaurants ihre Tische nur zweimal am Abend: Die ersten Gäste kommen zum Beispiel um 19:00 Uhr, die zweite Runde isst dann ab 21:00 Uhr. Das klingt zumindest für die erste Schicht ein bisschen ungemütlich, wenn der Kellner mit der Stoppuhr in der Hand das Essen serviert.

Das schnelle Essen ist gefragt

Die Gastronomie ist ein hartes Geschäft. Die Konkurrenz ist groß, es gibt viel Arbeit und verschärfte Arbeitsgesetze machen es nicht einfacher, erfolgreich ein Restaurant zu betreiben. Den Gast interessiert das wenig, er möchte in aller Ruhe essen, etwas trinken und einen unterhaltsamen Abend erleben. Es gibt allerdings Gäste, die verwechseln das Restaurant mit dem Behandlungszimmer eines Therapeuten und reden über Stunden, wobei sie sich an zwei Gläsern Wein festhalten. Diese Gäste sieht kein Wirt gerne, denn sie spülen kein Geld in die Kasse und blockieren nur die Plätze. Beim „Double Seating“ haben die Quasselstrippen keine Chance mehr, denn die Zeit ist begrenzt, quatschen kann man später noch in der Kneipe.

Ungemütlich ist es schon

Was für den Wirt alles eine Sache der Kalkulation ist, kann für den Gast zu einem eher ungemütlichen Abend werden. Wer in einem Restaurant mit „Double Seating“ für den frühen Termin, also die erste Schicht reserviert, der muss damit rechnen, dass schon kurz nach dem Espresso die nächste Schicht in den Startlöchern steht und an den Tisch möchte. Beim „Double Seating“ kann sich der Gast nicht mehr wie ein König fühlen, er bekommt vielmehr das Gefühl, nur einer unter vielen zu sein, Hauptsache die Kasse stimmt. Beim Schichtwechsel hört die Gemütlichkeit auf und es erinnert ein wenig an die Fütterungszeiten im Zoo, man fühlt sich irgendwie abserviert.

Für den Gast sehr peinlich

Es ist immer ein unangenehmer Moment, wenn der Kellner unaufgefordert die Rechnung bringt, weil ein Schichtwechsel ansteht. Der Gast fühlt sich nicht mehr willkommen und wird, da er nichts mehr bestellt, diskret zum Gehen aufgefordert. Es ist daher auch verständlich, dass viele, die schon einmal in einem Restaurant gegessen haben, in dem „Double Seating“ praktiziert wird, nicht mehr wiederkommen möchten.

Bild: © Depositphotos.com / AndrewTovstyzhenko


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Ulrike Dietz
Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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