Neuer Ärger um Airbus – jetzt muss der Steuerzahler haften

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Neuer Ärger um Airbus – jetzt muss der Steuerzahler haften

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Für die deutsche Öffentlichkeit kam das plötzliche Aus für den Bau des größten Passagierflugzeugs der Welt überraschend. Die Bundesregierung wusste allerdings Bescheid, denn sie wurde vom Airbus-Chef Thomas Enders persönlich darüber informiert. Es habe „Probleme bei den Vertragsverhandlungen“ gegeben. Schwierigkeiten gibt es offenbar zwischen der Fluggesellschaft Air Emirates und Rolls-Royce, dem Hersteller der Triebwerke. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Vertragsverhandlungen zwischen Air Emirates und Airbus. Die Kosten für die Unstimmigkeiten übernimmt in diesem Fall der deutsche Steuerzahler.

Das Ende des Airbus380

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Schon am 31. Januar hatte Airbus dezent darauf hingewiesen, dass es wohl Probleme gibt. Zwei Wochen später war es dann offiziell: Das Ende der Produktion des Airbus380 für das Jahr 2021 steht fest. Die Frage, auf die es bislang keine Antwort gibt, ist: Was kostet dieser Schritt den Steuerzahler? Jetzt gibt es erste konkrete Hinweise. 290 Flieger sollte Airbus bauen, 17 Flugzeuge sind es geworden, für die restlichen 273 muss der Steuerzahler aufkommen. Hinter dem Projekt Airbus380 steckt die größte staatliche Hilfe der Europäer, die es je zum Bau eines Flugzeugs gab. Seit mehr als 15 Jahren sind die staatlichen Hilfen schon ein Zankapfel zwischen Europa und den USA. Seitdem geht es um die Frage, ob ganze Staaten mit dem Steuergeld der Bürger Unternehmen wie Airbus oder Boeing unterstützen dürfen.

Wann ist der Kredit getilgt?

Lange wollte der Chef von Airbus nicht verraten, wie viel des Staatskredits noch nicht zurückgezahlt wurden. Jetzt gibt es aber einen wichtigen Hinweis: Das Darlehen betrug wohl 721 Millionen Euro. Weil aber nur 15 Flugzeuge zur Auslieferung kamen, bleibt eine Rückzahlungsrate von 2,5 Millionen Euro pro Flugzeug. Es stehen also noch 290 Flieger auf der Auslieferungsliste, bevor das Staatsdarlehen getilgt ist. In der Realität sieht es jedoch ganz anders aus. Tatsächlich gab es bis zum Stopp der Produktion nur 17 Flugzeuge und insgesamt sind es 251 der riesigen Flieger. Nicht nur Deutschland hat den Kredit gewährt, auch Frankreich, Spanien und Großbritannien haben für das Darlehen für Airbus gestimmt. In den Geschäftsbüchern des Unternehmens stehen damit 4,22 Milliarden Euro an Vorschüssen von Regierungen in Europa, die Airbus zurückzahlen muss. Welche Darlehen es für welche Modelle gegeben hat, ist noch fraglich. Wahrscheinlich stecken die Staatskredite auch im neusten Modell, dem A350.

Wie geht es weiter?

Immer noch hat Airbus große Probleme mit der WTO, der Welthandelsorganisation. In jedem der vielen Geschäftsberichte steht: Eine Beendigung des Streits ist nicht absehbar. Es sieht nicht so aus, als gäbe es bald eine Einigung, mit der alle Parteien leben können. Die Verhandlungen können sich demnach noch über Jahre hinziehen. Der lachende Dritte in diesem Streit ist die Firma Boeing, die wahrscheinlich gerne diesen großen Auftrag übernehmen würde.

Fest steht, dass der deutsche Steuerzahler für die Schulden aufkommen muss. Der Vertrag ist für Airbus bindend und der Staat ist nun einmal der Kreditgeber. Vielleicht übernimmt Boeing den Auftrag, bei Airbus hingegen fürchten viele Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Was passiert, wenn Airbus den A380 nicht wie geplant baut? Die Summen, die im Raum stehen, sind groß und der Kredit muss getilgt werden. Der Chef von Airbus hat damit allerdings nichts mehr zu tun, denn er wechselt zu Daimler.

Bild: © Depositphotos.com / mreco99

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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