Viele Flüchtlingshelfer stehen vor dem Ruin

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Viele Flüchtlingshelfer stehen vor dem Ruin

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Als vor einem Jahr die Flüchtlingswelle über Deutschland rollte, wollten viele Menschen spontan helfen und übernahmen Bürgschaften für Familien aus Syrien. Die Flüchtlingshelfer bürgten unter anderem für die Kosten des Familiennachzugs und die Bundesländer unterstützten sie bei diesem Vorhaben. Zudem wurde den Helfern versichert, dass sie die Verpflichtung nur für ein Jahr übernehmen müssten, aber an dieses Versprechen will sich die Politik jetzt nicht mehr halten. Viele Helfer stehen deshalb nun vor dem finanziellen Ruin.

Eine sehr teure Zusammenführung

Schlechte Planung, zu leichtfertige Versprechen und so gut wie keine Kommunikation zwischen den Ländern und dem Bund sorgen jetzt für eine etwas absurde Situation. Es waren die Bundesländer bis auf Bayern, die zu einem humanitären Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge aufgerufen haben. Durch dieses Programm sollte es Asylbewerbern aus Syrien einfacher gemacht werden, ihre Familien auf legalem Weg nach Deutschland zu holen. Einzige Voraussetzung: Es muss in Deutschland bereits Verwandte geben, die alle anfallenden Kosten, wie zum Beispiel Flugtickets, Gebühren für Behörden, Unterhalt und Miete übernehmen. Viele der Familien konnten sich das aber nicht leisten und so sprangen Deutsche als Bürgen ein.

Der Staat sollte helfen

Um Schleppern keine Basis zu bieten und den Menschen die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer zu ersparen, gaben bekannte Politiker wie der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger Versprechen ab, dass die Verpflichtung der Bürgen dann aufhört, wenn die Asylanten anerkannt werden. Die Helfer glaubten den Versprechungen und unterschrieben die Bürgschaft, nach der sie nur für die Ansprüche aufkommen müssen, wenn die Asylverfahren noch laufen. Das Problem dabei ist, diese Versprechen wurden nur auf Landesebene gemacht, der Bund will davon jetzt nichts wissen.

Unerfreuliche Post

Die gutgläubigen Helfer bekamen jetzt Post, und zwar von den Jobcentern und der Inhalt der Briefe war alles andere als erfreulich. Die Helfer bekamen Nachzahlungsforderungen und das in vierstelliger Höhe. Der Bund ist auf der sicheren Seite, denn nirgendwo steht geschrieben, wann die Bürgschaften offiziell zu Ende sind. Geht es nach dem Staat, dann müssen die Bürgen so lange für die Asylbewerber aufkommen, bis diese eine Arbeit gefunden haben und das ist, wenn überhaupt, erst nach drei Jahren der Fall.

Bild: © Depositphotos.com / JHRSPhotos

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Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.