Edamame Bohnen – ein leckeres Gemüse mit Zukunft

Dank des globalen Handels kommen immer mehr exotische Delikatessen auch in Deutschland auf den Tisch. Edamame Bohnen sind eine solche Delikatesse, die aus Asien stammt und in den vergangenen Jahren in Europa immer beliebter geworden ist. Die Bohne ist sehr gesund, sie lässt sich vielfältig zubereiten und auch im heimischen ohne Probleme anbauen. Die knallig grünen Bohnen haben eine sehr lange und sind in Japan, Taiwan, Korea und China ein fester Bestandteil der Speisekarte.

Was genau sind Edamame Bohnen?

Edamame ist ein japanisches Wort. Das „Eda“ steht für Stängel und das „Mame“ für Bohne. Übersetzen könnte man das Wort Edamame also mit Stängelbohne oder mit Bohne an einem Zweig. Vermutlich haben die Bohnen ihren Namen, weil sie auf den Märkten in Asien nicht pfundweise, sondern in Büscheln verkauft werden. In China werden die Bohnen, die geschmacklich an Soja erinnern, „Maodou“ genannt, was „haarige Bohne“ bedeutet. Ganz korrekt ist der chinesische Name für die Bohnen aber nicht, denn die Hülsen sind von einem weichen Flaum umgeben. In Großbritannien und den USA setzt sich der Name aus Gemüse, Soja und Bohnen zusammen: Vegetable Soybean.

Wie werden die Bohnen gegessen?

In Asien gelten die Bohnen als Alleskönner, die in Salaten ebenso gut schmecken wie in Currys oder Suppen. Sie werden genauso gerne zu Nudel- und Reisgerichten gegessen und mit Tofu oder Algen kombiniert. Auch zu anderen Gemüsesorten, wie beispielsweise Brokkoli, Karotten oder Radieschen, schmecken die Edamame Bohnen sehr pikant. In Japan haben die grünen Bohnen eine lange Tradition. Sie werden als kleiner Snack am Abend vor dem Fernseher genascht und im Restaurant als Beilage gereicht. Die Japaner lieben ihre Edamame Bohnen, wenn sie mit grobem Meersalz oder mit scharfem Chilipulver bestreut werden. Die Schale wird jedoch nicht mitgegessen, man drückt die Bohnen entweder aus ihrer Schote oder saugt diese aus und legt sie dann zur Seite. Einfacher ist es, in die Hülse zu beißen und die Bohnen anschließend mit den Zähnen herauszuschieben. Mühsam hingegen ist es, die kleinen Bohnen mit den Fingern aus der Hülle zu pulen.

Wo kann man die Bohnen kaufen?

In gut sortierten Supermärkten werden Edamame Bohnen tiefgefroren oder in der Dose angeboten. Wer aber eine hochwertige Qualität möchte, sollte sein exotisches Gemüse in einem Asia-Laden kaufen. Vielfach gibt es zu einer Packung Bohnen noch ein Tütchen mit Salz und die Bohnen sind bereits verzehrfertig. Wer diese Form von Soja als etwas anderen Snack probieren möchte, kann bereits gesalzene und geröstete Edamame Bohnen als Alternative zu Erdnüssen kaufen. In Asien gibt sie schon länger: die beliebten Bohnen als Nudeln. Diese knallgrünen Nudeln bestehen zu 100 aus den leckeren Edamame Bohnen, sowie einem Teil Mungbohnen. Zubereitet werden diese Nudeln wie klassische asiatische Nudeln, indem sie drei bis fünf Minuten in kochendes kommen. Das Besondere daran ist das zarte Gemüsearoma.

Vorsicht teuer!

Edamame Bohnen sind, was den Kaufpreis angeht, nicht mit dem hiesigen Gemüse zu vergleichen. So kann nur ein Kilogramm der noch unreifen Bohnen durchaus bis zu 15 Euro kosten. Für den hohen Preis gibt es gleich mehrere Gründe:

  • Ähnlich wie Soja werden auch Edamame Bohnen nicht großflächig angebaut. Zwischen den einzelnen Pflanzen muss es viel Platz geben, denn so werden die Hülsen größer.
  • Für die Bohnen kann nicht das gleiche Saatgut wie beim gewöhnlichen Anbau von Soja verwendet werden. Bei Sojabohnen spielen sowohl die Größe als auch das Aussehen der einzelnen Bohnen eine eher untergeordnete Rolle. Sie werden überwiegend zu Tierfutter, Tofu oder Milch verarbeitet, ganz selten sieht man sie auf dem Teller.
  • Da die Bohnen im unreifen Zustand geerntet werden, ist es sehr wichtig, den richtigen Zeitpunkt für die Ernte zu finden. Werden die Bohnen zu spät geerntet, kann dadurch die Qualität zum Schlechten beeinflusst werden.

Die Bohnen richtig kochen

Rohe und damit frische Edamame müssen gekocht werden, bevor man sie isst. Die gefrorenen Bohnen oder Bohnen aus der Dose sind bereits blanchiert und müssen nur aufgetaut und anschließend erwärmt werden. Wer sie als Snack mitsamt der Hülse genießen will, muss die Schoten unter heißem Wasser waschen und anschließend die etwas holzigen Stiele abschneiden. Dann in einem Topf Wasser mit den Schoten zum bringen und pro Liter einen Teelöffel Salz dazugeben. Nach fünf bis sieben Minuten das Wasser abgießen, die Bohnen abkühlen lassen und mit Meersalz bestreuen. Das Salz gibt den Bohnen einen knackigen Biss und hebt den Geschmack des Gemüses wunderbar hervor.

Wie lange sind die Bohnen haltbar?

Werden die Bohnen aus Asien frisch gekauft, dann halten sie sich unverpackt im Gemüsefach des Kühlschranks drei bis fünf Tage. Sind sie jedoch bereits gekocht, dann verkürzt sich die Haltbarkeit auf maximal zwei Tage. Unreif lassen sie sich sehr gut einfrieren und sind dann ein Jahr haltbar. Werden sie in der Dose gekauft, können sie bis zu 18 Monate aufbewahrt werden. Sollten die Bohnen schlecht werden, dann ist das nicht zu übersehen. Sie verlieren ihre grüne Farbe und werden bräunlich, zudem nehmen sie eine matschige Konsistenz an und haben einen sehr unangenehmen Geruch. Wer die Bohnen einfrieren möchte, sollte sie vorher gründlich unter heißem Wasser waschen und die Stiele entfernen. Die schlechten Bohnen werden aussortiert und die noch unreifen Exemplare nur kurz blanchiert.

Selbst züchten

Da die asiatischen Bohnen unreif geerntet werden, stellen sie weniger Ansprüche als andere Bohnen, die sehr viel Wärme brauchen. Deshalb können sie auch im heimischen Garten oder in einem Topf auf dem Balkon sehr gut wachsen. Die einjährige Pflanze braucht einen sonnigen, aber windgeschützten Platz. Zudem benötigen sie viel Platz, da die Bohnen in die Breite wie auch in die Höhe wachsen.

Fazit

Es müssen nicht immer die teuren Bohnen aus dem Asia-Shop sein, wer einen „grünen Daumen“ hat und gerne asiatisch isst, sollte versuchen, die Bohnen im Garten anzubauen. Reif für die Ernte sind die Bohnen zwischen August und Oktober. Leider ist der richtige Zeitpunkt, die Bohnen zu ernten, nicht so einfach zu bestimmen. Wichtig ist es, dass sich die Bohnen im Inneren der Hülse prall anfühlen und dass sie noch grün sind. Auch wenn sich die flauschigen Härchen an den Schoten zeigen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Ernte kurz bevorsteht. Färben sich die Hülsen bereits gelb, dann verliert das Gemüse seinen guten Geschmack.

Bild: @ depositphotos.com / pundapanda

Edamame Bohnen – ein leckeres Gemüse mit Zukunft

Ulrike Dietz
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