Wie gefährlich sind die neuen E-Scooter?

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Wie gefährlich sind die neuen E-Scooter?

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Es hat einige Jahre gedauert, aber jetzt hat die Regierung nach intensiver Prüfung endlich die modernen E-Scooter für den Bürger freigegeben. Der Stehroller mit Elektromotor darf in den öffentlichen Straßenverkehr, obwohl die großen Gefahren vor allem für Fußgänger bekannt sind. Es gibt bereits alarmierende Zahlen aus den USA, wenn es um schwere Kopfverletzungen geht. Trotzdem gelten die Roller als eine trendige Alternative bei der Fortbewegung im Straßenverkehr einer Großstadt.

Die Unfälle häufen sich

In den USA sind die Roller schon lange unterwegs und dort häufen sich die Unfälle, an denen Rollerfahrer und Fußgänger beteiligt sind. Knochenbrüche und Platzwunden gehören hier noch zu den harmlosen Verletzungen, immer öfter haben die Beteiligten schwere Kopfverletzungen und liegen auf der Intensivstation. In Deutschland warnen die Verbände der Radfahrer und der Fußgänger schon lange vor den Folgen der elektrischen Stehroller. Was die Roller so gefährlich macht, ist ihre Geschwindigkeit. Der kleine Motor beschleunigt den Roller auf mehr als 20 Kilometer pro Stunde. Um den E-Scooter in Gang zu bringen, reicht es aus, sich einmal mit dem Fuß abzustoßen und schon rollen die Scooter wie von selbst. In den USA können sich die Bürger in 60 Städten die Roller ausleihen. Das Ganze funktioniert ähnlich wie ein Fahrradverleih, gebucht wird über eine entsprechende App.

Schuld sind meist die Rollerfahrer

Allein auf den Straßen von Los Angeles sind Tausende der Rollerfahrer jeden Tag unterwegs. Hier haben die Mediziner in zwei Krankenhäusern die Fälle der verletzten Fußgänger und Rollerfahrer einmal aufgelistet. Allein zwischen dem 1. September 2017 und dem 31. August 2018 gab es 249 schwere Unfälle. In 228 Fällen waren die Rollerfahrer schuld an den Unfällen, sie waren entweder zu schnell oder sehr rücksichtslos unterwegs. Bei einigen Unfällen hatten die Fahrer den E-Scooter nicht unter Kontrolle und kollidierten daher mit einem Fußgänger. Die verletzten Fußgänger waren zwischen acht und 89 Jahre alt und 26 der verunglückten Fahrer waren jünger als 18 Jahre. In den USA liegt das Mindestalter für den E-Scooter bei 18 Jahren.

Ein Mittel gegen den Stau?

Die Roller mit Motor sollen nach Ansicht der Hersteller die Staus in den großen Städten mindern. In Deutschland dürfen die Roller nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren, jedoch die Pflicht, einen Helm zu tragen, ist nicht vorgesehen. Die Roller dürfen nur dann auf der Straße fahren, wenn es keinen Radweg gibt. Gibt es Radwege, müssen die Roller dort fahren. In Deutschland muss der Fahrer eines solchen Rollers mindestens 15 Jahre als sein und einen Mofa-Führerschein besitzen. Die Radfahrverbände warnen davor, dass die Radwege für Roller- und Radfahrer vielerorts nicht breit genug sind. Das kann zu chaotischen Zuständen führen, wenn die schnelleren Radfahrer die langsamen E-Scooter überholen.

Auch der ADAC warnt eindringlich vor den neuen Rollern mit Elektromotor. Schon heute sind die Probleme durch die Radfahrer massiv, da sich mehr als 90 Prozent der Radler nicht an die Verkehrsregeln halten. Ist der Radweg voll, dann weichen die Rollerfahrer auf den Bürgersteig aus und das erhöht alsdann die Unfallgefahr für die Fußgänger. Nach Ansicht des ADAC sind die Radwege in Deutschland nicht einmal in der Lage, einen vernünftigen und sicheren Radverkehr zu gewährleisten.

Bild: © Depositphotos.com / kantver

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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