BERLINER MORGENPOST: Berliner Intimitäten

Berlin (ots) –

Kurzform: Da sollten alle Referendare der Behörde Details ihres Privat- und möglicherweise Intimlebens offenbaren, die niemanden außer sie selbst etwas angehen. Offenbar gab es niemanden in der Bildungsverwaltung, der die Hand hob und danach fragte, ob das denn wirklich so gemeint, notwendig und mit geltendem Recht vereinbar sei. Nein, hier ist die Bildungsverwaltung weit über das Ziel hinausgeschossen und offenbart eine eklatante Richtungs- und Führungsschwäche. Schon bei der geplanten Verbeamtung von Lehrern zeigte Schulsenatorin Busse sich und ihre Verwaltung schlecht vorbereitet und aufgestellt. Mit dem neuerlichen Affront wird Busse zunehmend zur Belastung für die Koalition. Die Bündnispartner Grüne und Linke registrieren das zunehmend verärgert.

Der vollständige Kommentar: Verwundert rieben sich am Donnerstagmorgen Bildungspolitiker aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Fraktionen die Augen. Es folgte Kopfschütteln und später dann Empörung. Soeben hatte der nächste Fehltritt der Bildungsverwaltung die Öffentlichkeit erreicht. Alle Referendare erhielten gerade die Aufforderung, sämtliche Tätowierungen ihres Körpers zu benennen, zu erklären, zu fotografieren und an die Bildungsverwaltung zu senden – ein eklatanter Eingriff in die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte der angehenden Lehrer. Darin sind sich alle Bildungsexperten einig. Nur die Bildungsverwaltung sah das anders. Statt den Fehler einzuräumen, beharrte sie den ganzen Tag über auf ihr Vorgehen, um dann am Abend doch zurückzurudern. Alles nicht so gemeint, hieß es plötzlich. Der Vorgang stürzt Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) dennoch in die nächste Krise. Der Druck auf die rührige, aber politisch unerfahrene Senatorin wächst.

Man muss es sich einfach mal vorstellen: Da sollten alle Referendare der Behörde Details ihres Privat- und möglicherweise Intimlebens offenbaren, die niemanden außer sie selbst etwas angehen. Offenbar gab es niemanden in der Bildungsverwaltung, der die Hand hob und danach fragte, ob das denn wirklich so gemeint, notwendig und mit geltendem Recht vereinbar sei. Nein, hier ist die Bildungsverwaltung weit über das Ziel hinausgeschossen und offenbart eine eklatante Richtungs- und Führungsschwäche. Schon bei der geplanten Verbeamtung von Lehrern zeigte Schulsenatorin Busse sich und ihre Verwaltung schlecht vorbereitet und aufgestellt. Mit dem neuerlichen Affront wird Busse zunehmend zur Belastung für die Koalition. Die Bündnispartner Grüne und Linke registrieren das zunehmend verärgert.

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