BERLINER MORGENPOST: Konsequentes Handeln gefragt

Berlin (ots) –

Kurzform: Eine Lösung, mit der alle zufrieden sind, wird sich kaum finden lassen, das zeigen Konfliktpunkte wie die Charlottenburger Kantstraße. Von der sind Ehrlichkeit in der Kommunikation und Konsequenz gefragt. Will ich Bussen und Trams mehr Platz geben, um sie zu beschleunigen, muss ich den Platz anderen wegnehmen – und das so deutlich sagen. In der Regel wird es die Autofahrer treffen, die wiederum nur von einem Umstieg auf den ÖPNV überzeugt werden können, wenn der zuverlässig und pünktlich ist.

Der vollständige Kommentar: Die Beschleunigung von Bussen und Straßenbahnen ist in Berlin ein leidiges Thema. Regelmäßig wird darüber diskutiert, weil es trotz Beteuerungen wenige bis keine Verbesserungen gibt – 2021 sind Busse und Trams erneut langsamer geworden. Die Ursachen sind vielfältig. Da ist zunächst das Problem, dass es oft Jahre dauert, bis eine Busspur eingerichtet oder eine Ampel neu programmiert ist, um den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) Vorrang einzuräumen. Und ist die Busspur schließlich da, wird sie oft von Falschparkern blockiert. Grundsätzlich bleibt zudem, gerade in der Innenstadt, die schwierige Frage: Wie wird der begrenzte Raum am besten zwischen den vielen Verkehrsteilnehmern, vom ÖPNV über Fußgänger, Rad- und Autofahrer bis hin zum Wirtschaftsverkehr verteilt? Und das Straßengrün soll möglichst auch ausgeweitet werden.

Eine Lösung, mit der alle zufrieden sind, wird sich kaum finden lassen, das zeigen Konfliktpunkte wie die Charlottenburger Kantstraße. Von der Politik sind Ehrlichkeit in der Kommunikation und Konsequenz gefragt. Will ich Bussen und Trams mehr Platz geben, um sie zu beschleunigen, muss ich den Platz anderen wegnehmen – und das so deutlich sagen. In der Regel wird es die Autofahrer treffen, die wiederum nur von einem Umstieg auf den ÖPNV überzeugt werden können, wenn der zuverlässig und pünktlich ist.

Für den geplanten Ausbau der Straßenbahn, um neue Ortsteile per Schiene anzubinden, heißt das auch: Sinnvoll ist er nur, wenn von Beginn an eigene Trassen geschaffen werden. Sonst ist die Tram, zumindest über viel befahrene Straßen, langsamer als der Bus, der einem Hindernis flexibler ausweichen kann – und wird so kaum jemanden für den Nahverkehr begeistern können.

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