Pro Asyl kritisiert Aufnahmestopp für Flüchtlinge aus Italien

am Main: Der Leiter der Europaabteilung der Flüchtlingshilfsorganisation Pro , Kopp, hat die Entscheidung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kritisiert, die freiwillige Aufnahme von Flüchtlingen aus Italien zu stoppen. “Das ist eine sehr unkluge und auch unverantwortliche Entscheidung”, sagte Kopp dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (Freitagausgabe).

“Denn wir haben eine humanitäre Krise auf Lampedusa und eine dramatische Situation auf dem Mittelmeer. Außerdem haben wir eine sich verschlechternde Menschenrechtslage in Tunesien und eine Naturkatastrophe in Libyen”, so Kopp. Es brauche deshalb eine europäische Kraftanstrengung. “Wir brauchen Solidarität und Humanität. Wer nicht gemeinsam europäisch handelt, der verliert . Und wer glaubt, dass man mit Hartleibigkeit die Rechten bekämpft, der irrt sich.”

Deutschland hatte besonders mit Flüchtlingen belasteten EU-Staaten im vorigen Jahr die Aufnahme von bis zu 3.500 Menschen in Aussicht gestellt. Tatsächlich kamen bisher rund 1.000 aus Italien und 670 aus Zypern.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte jetzt, dass bis auf Weiteres keine Teams mehr nach Italien geschickt würden, um die Aufnahmen vorzubereiten. Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass Italien seinerseits keine aus Deutschland zurücknimmt, selbst wenn es nach den Dublin-Regeln dazu verpflichtet ist.

Quellenangaben

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch dts Nachrichtenagentur
Bildhinweis: Flüchtlingskind in einer “Zeltstadt” (Archiv)

Kontakt:

Newsroom: dts Nachrichtenagentur
Pressekontakt: Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Mansfelder Straße 56

06108 Halle (Saale)

Deutschland

Pro Asyl kritisiert Aufnahmestopp für Flüchtlinge aus Italien

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur
×