Änderung in der Fahrschule – was beinhaltet die neue Automatikregel?

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Änderung in der Fahrschule – was beinhaltet die neue Automatikregel?

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Alle, die in einer Fahrschule in Deutschland das Autofahren auf einem Wagen mit Automatik lernen, dürfen kein Auto mit einer manuellen Schaltung fahren. Es gibt allerdings eine Ausnahme, und zwar, wenn zusätzlich eine praktische Prüfung auf einem Wagen mit Schaltgetriebe gemacht wird. Jetzt soll es eine neue Automatikregel geben: Schon ein einziges Fahrtraining reicht demnach aus, um mit dem Führerschein für den Automatikwagen auch einen Wagen mit Schaltgetriebe fahren zu dürfen. Die neue Automatikregel sorgt jedoch bereits jetzt für kontroverse Diskussionen.

Das Autofahren attraktiver machen

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) möchte den Führerschein für den Automatikwagen wieder attraktiver machen, hat dabei aber einen Hintergedanken. Der Minister will, dass die Fahrschulen in Deutschland mehr E-Autos nutzen, die es nur mit automatischem Getriebe gibt. Um den Kauf von E-Autos für die Fahrschulen attraktiver zu machen, ist diese neue Automatikregel geplant. Allerdings muss der Minister die neue Automatikregel noch der EU-Kommission vorstellen und darauf hoffen, dass die EU sie auch „toleriert“. Die Änderung in der EU-Richtlinie soll den Führerscheinerwerb in Zukunft leichter machen. Eine zweite amtliche Prüfung, die viel Geld kostet, ist nicht mehr geplant. Die Zahl der Wagen mit einem automatischen Getriebe ist bei den Neuwagen nach Auskunft des ADAC in den letzten zehn Jahren stark angestiegen. Waren es 2009 noch 17 Prozent, so sind es heute 25 Prozent.

Schneller zum E-Auto

Nach Meinung von Kritikern hat die neue Automatikregel allerdings nur ein einziges Ziel: Mehr E-Autos auf die Straße zu bekommen. Die Regierung plant, die Wagen mit elektrischem Abtrieb massiv zu fördern, angeblich um etwas für den Schutz des Klimas zu tun. Bislang geht dieser Plan jedoch nicht einmal annähernd auf, denn trotz Werbung und Anreize will der Durchbruch auf dem Markt einfach nicht klappen. Nach wie vor wollen die meisten Fahrschüler auf einem Wagen mit Schaltgetriebe das Autofahren lernen. Wenn die neue Automatikregel kommt, so hofft der Verkehrsminister, entscheiden sich mehr Fahrschüler für das automatische Getriebe. Automatik zu fahren, hat durchaus Vorteile, vor allem für Fahrschüler. Sie lernen den praktischen Teil schneller, da sie sich besser auf den Straßenverkehr konzentrieren können, denn sie müssen nicht mehr parallel dazu schalten.

Eine „praxisgerechte“ Lösung

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. ist schon seit einigen Jahren um eine „praxisgerechte“ Lösung bemüht. Sie begrüßen die neue Automatikregelung und wollen, wie das  Verkehrsministerium, mehr Wagen ohne Schaltgetriebe auf die Straße bringen. Die alte Regelung verhindert jedoch, dass die Fahrschulen schneller auf Wagen mit alternativen Antrieben umsteigen. Die meisten Fahrschulen möchten zeitgemäß arbeiten und setzen ebenfalls auf Fahrerassistenzsysteme. Diese Systeme sind nur bei Wagen ohne eine herkömmliche Schaltung möglich und aus diesem Grund kommt die neue Automatikregel genau zum richtigen Zeitpunkt.

Fazit

Die Verkehrsminister der Bundesländer haben bereits vor zwei Jahren den Wegfall der Automatik-Beschränkung bei den Fahrprüfungen gefordert. Sie verlangten mit Nachdruck, dass sich sowohl die Bundesregierung als auch die zuständige EU-Kommission, nachdrücklich für die neue Automatikregel einsetzt, und zwar mit Nachdruck. Eine Entscheidung von Bund und EU steht jedoch noch aus und wann es diese geben wird, steht noch in den Sternen. Bis es so weit ist, müssen die Fahrschüler mit der alten Regelung leben und hoffen, dass der Bundesverkehrsminister diesmal mehr Erfolg hat.

Bild: @ depositphotos.com / Kzenon

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
Ulrike Dietz
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