155.000 Beschäftigte in Apotheken: EuGH-Urteil gefährdet …

Zur Vollansicht bitte auf das Bild klicken!

155.000 Beschäftigte in Apotheken: EuGH-Urteil gefährdet … » Nachrichten Heute

Presseportal.de
2 min

Berlin (ots) –

In Deutschlands Apotheken arbeiten knapp 155.000 Beschäftigte, fast drei Viertel von ihnen sind pharmazeutisches Personal. Neben 50.000 Apothekern und 64.000 Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) arbeiten aber auch 33.000 Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) sowie andere Berufsgruppen in den Apotheken. „Apotheken bieten familienfreundliche Arbeitsplätze – gerade auch in ländlichen Gebieten, in denen das Arbeitsplatzangebot nicht üppig ist. Viele dieser Arbeitsplätze werden aber in Gefahr geraten, wenn die Politik keine Konsequenzen aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zieht, die Arzneimittelpreisbindung für den ausländischen Versandhandel aufzuheben.“ Davor warnte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Fritz Becker, heute in Berlin.

Wenn der Gesetzgeber nicht konsequent und zeitnah den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln unterbinde, so Becker weiter, würden viele Apotheken aufgrund des destruktiven Preiswettbewerbs auf mittlere Sicht schließen, und Arbeitsplätze gingen verloren. Ohnehin würden viele geplante Einstellungen jetzt nicht mehr vorgenommen. Noch im Mai 2016 hatte eine Umfrage unter Apothekeninhabern ergeben, dass knapp die Hälfte der Apotheken vorhaben, mittelfristig weitere Arbeitsplätze zu schaffen. „Aber das EuGH-Urteil hat das Investitionsklima so abrupt abgekühlt, dass die meisten Apotheken ihre Personalplanung auf Eis legen. Das ist sowohl für die Patientenversorgung als auch für den Arbeitsmarkt eine schlechte Nachricht. Wenn eine Entscheidung auf europäischer Ebene sich so negativ auf einen Wirtschaftszweig in Deutschland auswirkt, kann das nicht richtig sein. Deshalb setzen wir darauf, dass der Gesetzgeber die Situation mit einem generellen Versandhandelsverbot für Rezeptmedikamente wieder gerade rückt.“

Zum Hintergrund: Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat am 19. Oktober 2016 entschieden, dass ausländische Versandapotheken die in Deutschland geltende Arzneimittelpreisverordnung für rezeptpflichtige Medikamente unterlaufen und Patienten mit Boni locken dürfen. Als Reaktion wird jetzt ein generelles Versandhandelsverbot diskutiert, das die Apothekerschaft begrüßt. Rezeptfreie Arzneimittel, bei denen keine Preisbindung besteht, wären vor diesem Verbot nicht betroffen.

Weitere Informationen unter www.abda.de

Quellenangaben

Bildquelle:obs/ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
Textquelle:ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverb?nde, übermittelt durch news aktuell
Quelle:http://www.presseportal.de/pm/7002/3481021
Newsroom:ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
Pressekontakt:Dr. Reiner Kern
Pressesprecher
030 40004-132
r.kern@abda.de
Christian Splett
Pressereferent
030 40004-137
c.splett@abda.de


Hat Ihnen die News gefallen? Hier geht es zu weiteren interessanten Artikeln …

Oder folgen Sie uns über: Facebook | Apple Smartphone App | Google Smartphone App


155.000 Beschäftigte in Apotheken: EuGH-Urteil gefährdet …
Bitte bewerten!
Presseportal.de
www.presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.