Deutsche Mittelstandsunternehmer blicken kritisch, aber positiv in …

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Deutsche Mittelstandsunternehmer blicken kritisch, aber positiv in …

9 min

Kronberg (ots) –

– Teilnehmer der Obermark Unternehmenskonferenz zeigen ungebrochene Innovationskraft und Gestaltungswillen – Menschenführung und direkte Kommunikation sind auch im digitalen Zeitalter wesentliche Faktoren erfolgreicher Unternehmensentwicklung – Tradition und Moderne befruchten sich gegenseitig bei der Schaffung von Neuem und der Bewältigung von Herausforderungen

Angesichts eines massiven geopolitischen Paradigmenwechsels, einhergehend mit wirtschaftlichen Schwächephasen und grundlegenden technologischen Veränderungen, müssen sich Unternehmen immer wieder erneuern, Liebgewonnenes in Frage stellen und Wandel begrüßen und herbeiführen. Diese Einstellung zu diskutieren und weiter zu entwickeln stand im Vordergrund für die etwa 140 Teilnehmer der Obermark Unternehmerkonferenz – zumeist Eigentümer und Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen -, die vom 30. Mai bis 2. Juni in Berchtesgaden stattfand. Über Obermark beteiligen sich Unternehmerfamilien dauerhaft an marktführenden Familienunternehmen mit dem Ziel, das Unternehmen langfristig bei seiner Entwicklung zu unterstützen.

“Im Mittelstand müssen wir den Wandel selbst in die Hand nehmen”, erklärt Dr. Peter Sewing, Mitgründer und Geschäftsführer von Obermark. “Dabei dienen sowohl die ganz speziellen Leidenschaften einzelner Tüftler als auch makroökonomische Herausforderungen als Inspiration und Impulsgeber für Innovationen.”

Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Bergos Berenberg Bank, stellte am Anfang der Konferenz den Teilnehmern seine Sicht auf die volkswirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen vor, innerhalb derer sie mit ihren Unternehmen agieren. So bildet sich nach seiner Ansicht zwar derzeit eine Wachstumsdelle heraus. “Aber nach der Wirtschaftskrise 2008 und 2009 ist man vorsichtiger geworden. Es gibt keine Exzesse – weder im Wohnungsbau noch bei den Investitionen, und deshalb auch keine Blasen, die platzen könnten”, erklärte Schmieding. “Zudem gibt es schon seit der Öffnung Chinas vor etwa 30 Jahren keine richtige Inflation mehr. Immer, wenn bei uns die Preise für Produkte anstiegen, fand sich ein Ersatz, der in Asien günstiger produziert wurde. Deshalb müssen die Zentralbanken keinen Inflationsanstieg durch hohe Zinsen bekämpfen.” Für Schmieding ist die deutsche Wirtschaft trotz der aktuellen Konjunkturschwäche insgesamt in guter Verfassung. Allerdings werde der zunehmende politische Populismus und Protektionismus zum Risiko. Insbesondere das Verhältnis der USA zu China müsse neu austariert werden. Einerseits würden die USA und China für lange Zeit strategische Rivalen bleiben. Andererseits müssten sie im gegenseitigen Interesse wie früher die USA und die Sowjetunion immer wieder Einzelabkommen schließen, um ihren Konflikt einzugrenzen. Neben den USA sei mittlerweile auch China für Deutschland wichtig: “Wenn es in China scheppert, kostet uns das 1 Prozentpunkt unseres Wirtschaftswachstums, und das ist viel.”

Massivere Anstrengungen, um den technologischen Anschluss an China nicht zu verlieren, forderte auf der Obermark Unternehmerkonferenz Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Familienversicherung, die sich als führendes europäisches InsurTech Unternehmen betrachtet. Auch in manch “altem Hasen” stecke noch ein Digital Native, wie er an seinem Beispiel vormachte. Sein Managementstil, mit dem Knoll das am schnellsten wachsende, völlig digitale Versicherungsunternehmen Deutschlands führt, basiert auf dem Prinzip des Führens mit Auftrag, einem Führungsverständnis, das seine Wurzeln bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert hat. Für Knoll bedeutet Führung vor allem die Kommunikation von Zielvereinbarungen, Rahmenbedingungen und Grenzen, und das in einer klaren Sprache, womit er seinen Mitarbeitern viel Raum für selbständiges Denken und Handeln ermöglicht.

Wesentliche Quellen für den erfolgreichen Fortbestand des Mittelstands – so ein Ergebnis der Konferenz – ist die Weitergabe von Werten, Pioniergeist und Aufbrauchstimmung von Generation zu Generation, sowohl innerhalb einer Familie beziehungsweise eines Unternehmens, wie auch, zum Beispiel im Rahmen einer solchen Konferenz, zwischen den Unternehmen und Generationen. “Uns ist es wichtig, dass Unternehmertum aus sich heraus weiter wächst und es unter den Unternehmern zum Austausch kommt”, erläutert Sewing die Intention, die er mit der Obermark Unternehmerkonferenz verbindet.

Ein Vorbild dafür aus London ist Simon Berry von Berry Bros. & Rudd, der 1698 gegründeten, ältesten Weinhandlung Englands. Er gab einen Eindruck von den kontinuierlichen Veränderungen, die sein Betrieb seit Anbeginn in Bezug auf die Angebotspalette und das Vertriebskonzept durchlebt hat. Beispielsweise etablierte er bereits 1995 eine online Plattform für Weinhändler- das Jahr, in dem Amazon erst sein erstes Buch über das Internet verkaufte. Einige Traditionen hat Simon Berry jedoch beibehalten. So sucht er nach wie vor die Weine für den Buckingham Palast aus – inklusive der Weine für die Bankette zu Ehren von Präsidenten und Staatsoberhäuptern. Tradition und Moderne stellen keinen Gegensatz dar, sondern wirken befruchtend bei der Schöpfung neuer Ideen und der Bewältigung von Herausforderungen.

Der Fußballautor und -journalist Ronald Reng zeigte am Beispiel von FC Barcelona und Pep Guardiola viele Parallelen zwischen dauerhaft erfolgreichen Fußallteams und Fußballtrainern einerseits, und dauerhaft erfolgreichen Unternehmen und Führungskräften andererseits auf. Er wies darauf hin, dass Fußball eine globale Branche ist, in der die Strategien von Teams und Trainern wöchentlich und öffentlich aufeinandertreffen. Erfolgreiche Strategien werden schnell kopiert. Barca habe über dreißig Jahre ein Grundprinzip und eine grundlegende Strategie entwickelt und verfeinert, die Barca auch heute noch von anderen Spitzenteams unterscheidet: Ballbesitz ist der Schlüssel. Dieses Grundprinzip ist in der Zwischenzeit kulturell verankert. Das Personal – die Spieler – werden danach ausgesucht und ausgebildet, von Jugend an. Von Spiel zu Spiel, und im Spiel selbst, wird flexibel agiert, bei Wahrung des Grundprinzips. Dieses Grundprinzip hat Guardiola erfolgreich auf seine Arbeit bei Bayern München und Manchester City übertragen. Hieraus leitete Reng unter anderem. folgende Leitlinien für die Wirtschaft ab: Anderssein als Chance begreifen; dem- und einander entsprechende Grundprinzipien, Strategien und Werte entwickeln; junge Talente frühzeitig intern ausbilden und auf die Prinzipien und Werte prägen; beobachten wie andere Teams sich entwickeln und spielen; innerhalb der unverrückbaren Grundprinzipien situativ flexibel agieren. Letztlich gehören die Fähigkeiten, das relevante Umfeld zu beobachten, zu analysieren und sich entsprechend zu wandeln, jederzeit zur überlebensnotwendigen Grundausstattung nicht nur von Organismen, sondern auch von Organisationen – so das Fazit am Ende der Obermark Unternehmerkonferenz. Diese Fähigkeit ist für Unternehmen vor allem in Zeiten grundlegender Veränderung in Technologie, Geopolitik und wirtschaftlicher Interessen von entscheidender Bedeutung.

Über Obermark

Obermark erwirbt mittelständische Unternehmen mit dem Ziel einer dauerhaften gemeinsamen Entwicklung. Im Sinne einer bewahrenden Nachfolgeregelung achtet Obermark das unternehmerische Lebenswerk von Eigentümern und unterstützt die jeweiligen Führungskräfte dabei, die Unternehmen langfristig orientiert weiter zu entwickeln. Das Aktionariat von Obermark besteht aus deutschen und internationalen Unternehmerfamilien sowie einigen institutionellen Investoren. Die Obermark Gruppe unterhält Büros in Luxemburg, in der Schweiz sowie in Deutschland und beschäftigt etwa 1.000 Mitarbeiter.

Quellenangaben

Textquelle:Obermark GmbH, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/134858/4289401
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