BERLINER MORGENPOST: Neuer Standort, alte Probleme

Berlin (ots) –

Kurzform: Für Hertha kommt der Vorschlag zur Unzeit. Gerade kochen wieder Spekulationen über die finanzielle Situation des Vereins und seines Großsponsors Lars Windhorst hoch. Es ist fraglich, ob Hertha sich angesichts drohenden sportlichen Abstiegs und offener Finanzfragen derzeit mit voller Kraft mit einer Großinvestition wie einem Stadionneubau beschäftigt. Vermutlich bleiben die Stadionträume ein Langzeitprojekt.

Der vollständige Kommentar: Vor 50 Jahren waren sich die Beteiligten eigentlich schon einig: Hertha BSC soll ein neues, reines Fußballstadion erhalten. Der Standort stand auch schon fest. Das alte Poststadion sollte dazu umgebaut werden, es lag näher an der alten Heimat des Vereins an der Plumpe, und drumherum befand sich außer zwei Gefängnissen auch nicht viel. Doch daraus wurde bekanntlich nichts, immer wieder kam irgendetwas dazwischen.

Seitdem schwelt das Thema immer wieder – mal unter, mal über der öffentlichen Aufmerksamkeitsschwelle. Rund um die Austragung der WM 2006 flammten die Diskussionen erneut auf, man einigte sich am Ende auf eine teure Sanierung des Olympiastadions. 2017 trat Hertha dann offensiv an die Öffentlichkeit und versprach ein eigenes Stadion bis zum Jahr 2025. Dabei beging der Verein allerdings gravierende Fehler, die es dem Senat leicht machten, der Forderung nach einem geeigneten Grundstück nicht nachzukommen. Die Drohung des Vereins, notfalls ins Umland zu ziehen, verpuffte im Nichts.

Mit dem überraschenden Vorschlag der Sportsenatorin Iris Spranger (SPD), das Stadion nördlich des Maifeldes zu bauen, feuert sie die Diskussionen neu an. Allerdings bestehen hier die gleichen Vorbehalte wie gegen den von Hertha favorisierten Standort an der Rominter Allee: Mit dem Reitsportverein gibt es einen Mieter und auch auf dieser Seite des Geländes gilt der Denkmalschutz.

Für Hertha kommt der Vorschlag darüber hinaus zur Unzeit. Gerade kochen wieder Spekulationen über die finanzielle Situation des Vereins und seines Großsponsors Lars Windhorst hoch. Es ist fraglich, ob Hertha sich angesichts drohenden sportlichen Abstiegs und offener Finanzfragen derzeit mit voller Kraft mit einer Großinvestition wie einem Stadionneubau beschäftigt. Vermutlich bleiben die Stadionträume ein Langzeitprojekt.

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