Lebenslauf kostet Mitarbeiter

Zur Vollansicht bitte auf das Bild klicken!

Lebenslauf kostet Mitarbeiter

6 min

Berlin (ots) – Zahlreiche Arbeitgeber in Deutschland verpassen geeignete Talente auf dem Arbeitsmarkt, weil die klassische Bewerbungspraxis sie nicht identifiziert. Davon ist ein Großteil der Bewerber überzeugt. Besonders massiv in der Kritik steht dabei der klassische Lebenslauf. Das ergab die aktuelle Bewerber-Studie „Hidden Talents“, für die Deutschlands führender Video-Recruiting Anbieter viasto gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen respondi 845 Menschen befragte, die in den letzten zwölf Monaten einen Bewerbungsprozess durchlaufen haben. Fast zwei Drittel der befragten Job-Anwärter (62%) glauben, dass mindestens eine ihrer letzten Bewerbungen daran scheiterte, dass ihr Lebenslauf ihre eigentlich vorhandene Eignung für einen Job nicht transportieren konnte. Und das hat negative Folgen für die Arbeitgeber. Denn mehr als jeder Fünfte der abgelehnten Kandidaten bewirbt sich in der Folge nicht noch einmal beim gleichen Unternehmen. Dazu passt: Wenn es darum geht, die persönlichen Stärken in einer Bewerbung zu vermitteln, ist der Lebenslauf aus der Sicht der Bewerber denkbar ungeeignet. 32 Prozent von ihnen bewerten ihn in dieser Hinsicht mit mangelhaft oder ungenügend.

„Der klassische Weg, über den Arbeitgeber nach geeigneten Mitarbeitern suchen, hat sein Zenit überschritten. Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf und Arbeitszeugnisse sind keine geeigneten Stilmittel mehr, um passende Mitarbeiter zu finden. Sie listen nur Stationen und vermeintliche Fachkenntnisse auf. Über die persönliche Eignung sagen sie dagegen nichts aus. Das führt zu einer immer größer werdenden Anzahl von `Hidden Talents“ – also eigentlich geeigneten Bewerbern, die aber über klassische Selektionsprozesse nicht mehr erkannt werden. Aber genau das können sich Arbeitgeber vor dem Hintergrund des Mangels an Fachkräften eigentlich nicht mehr leisten“, so Martin Becker, Geschäftsführer von viasto.

Bewerberkritik: Empathie und Motivation sollten mehr gewichtet werden

Generell kritisieren Kandidaten am derzeitigen konventionellen Bewerbungsprozess, dass nicht-fachliche Fähigkeiten, die oft als „Soft-Skills“ zu Unrecht abqualifiziert werden, darin zu wenig Beachtung finden. Insgesamt sind 56% aller Studienteilnehmer der Meinung, dass empathische Eigenschaften viel mehr Gewicht haben sollten. Vor allem bei jungen Bewerbern zwischen 18 und 29 Jahren ist diese Meinung stark ausgeprägt (60%). Auch die job-spezifische Motivation (50%) ist aus Sicht der Mehrheit der Bewerber zu wenig im Fokus der Arbeitgeber.

Selbst wählen Kandidaten potentielle Arbeitgeber zwar primär auch danach aus, ob ihre fachlichen Kenntnisse zu den Anforderungen einer ausgeschriebenen Stelle passen (41%), aber gleich danach prüfen sie, ob sie auch charakterlich zu einem Arbeitgeber passen (31%). Das ist ihnen sogar wichtiger als die finanziellen Rahmenbedingungen einer vakanten Stelle, die für 29% ein wichtiges Entscheidungskriterium darstellen.

Schlechtes Zeugnis für den Lebenslauf – Video-Interviews zunehmend gefragt

Wenn Bewerber für den Informationsfluss der einzelnen Bewerbungswege Schulnoten verteilen sollen, muss der klassische Lebenslauf um die Versetzung fürchten. Bei der Frage danach, wie gut dieser die Persönlichkeit eines Bewerbers transportiert, schneidet er mit einer Durchschnittsnote von 3,6 extrem schwach ab. Frauen schreiben ihm gar eine 3,8 in das Zeugnis. Zum Vergleich: Das persönliche Gespräch erhält hier eine 1,7. Junge Bewerber geben in dem Kontext vor allem digitalen Lösungen wie dem Video-Interview eine gute Note (2,2) – übrigens auch wenn es darum geht, die eigenen Fachkenntnisse zu transportieren. Auch hier vergeben 18-29-jährige Bewerber dem Video-Interview eine 2,2, während der klassische Lebenslauf mit seinen tabellarischen Aufzählungen in diesem Kontext nur mit 2,5 bewertet wird.

Übrigens: Das Verständnis dafür, dass nur die wenigsten Bewerber zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden hält sich bei den Kandidaten in engen Grenzen. 51% haben dafür nämlich in Zeiten des Fachkräftemangels kein Verständnis.

„Unternehmen sind insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels gut beraten, auch dann Bewerbern die Chance zu geben, sich persönlich vorzustellen, wenn sie nach dem ersten Blick in den Lebenslauf nicht hundertprozentig zu dem Suchprofil passen. Und zwar nicht nur aus Employer-Branding Gesichtspunkten, wie unsere Studie eindrucksvoll gezeigt hat, sondern auch aus Eigennutz: Häufig finden Arbeitgeber nur so die vielen versteckten Talente, die ihnen sonst entgangen wären. Um dies auch ressourcenschonend tun zu können, sind beispielsweise zeitversetzte Videointerviews geradezu prädestiniert.“, so Martin Becker.

Über die Studie

Für die Bewerber-Studie „Hidden Talents“ befragte das Marktforschungsunternehmen respondi im Auftrag von viasto 845 Arbeitnehmer im Alter von 18-69 Jahren, die in den letzten zwölf Monaten einen Bewerbungsprozess durchliefen. Die Teilnehmer verfügen über einen akademischen Hintergrund und sind in ganz Deutschland zu Hause.

Quellenangaben

Textquelle:viasto, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/128566/3918347
Newsroom:viasto
Pressekontakt:STAMMPLATZ Kommunikation
Sascha Theisen
theisen@stammplatz-kommunikation.de
Tel.: +49 175/2453512

Das könnte Sie auch interessieren:

Warmherzig, witzig, weise: Michelle Obama wäre der Deutschen … München (ots) - - Suite&Co-Umfrage: Unter der ehemaligen First Lady würden die Deutschen am liebsten arbeiten, danach folgt Tesla-Chef Elon Musk - Persönlichkeit ist wichtiger als Prestige - dm-Chef für 14 Prozent erstrebenswert Den Chef kann man sich nicht aussuchen - und wenn doch? Laut einer Umfrage des Start-ups Suite&Co würden die Deutschen, könnten sie sich für einen Chef entscheiden, am liebsten für Michelle Obama arbeiten. Die ehemalige First Lady und intelligente Harvard-Absolventin wäre laut einer Befragung für 35 Prozent erste Wahl. Auf Platz zwei mit 20 Prozent folgt der eb...
Der Roboter als Kollege: HPI lädt zur … Potsdam (ots) - Weltweit beobachten und diskutieren Wissenschaftler, Unternehmen und Politik die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Wie können Unternehmen die Chancen, die mit diesem Wandel einhergehen, optimal für sich nutzen, wo müssen sie umdenken und worauf müssen sie sich einstellen? Wie wird sich die Entwicklung Künstlicher Intelligenz auf die Arbeit auswirken? In welchen Arbeitsfeldern wird sie Menschen teilweise oder ganz ersetzen, wo neue Arbeitsplätze schaffen? Diese und weitere Fragen zum Thema Zukunft der Arbeit werden vom 9. bis 10. April 201...
Peter Albiez anlässlich des Deutscher Diversity-Tags am 5. … Berlin (ots) - Der 5. Juni 2018 ist der Deutsche Diversity-Tag - auch für Pfizer ein Anlass, um Flagge für Vielfalt & Chancengleichheit zu zeigen: "Wir setzen auf eine Gemeinschaft von Kollegen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten, die Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln angehen und vorherrschende Meinungen im offenen Gespräch hinterfragen", sagt Peter Albiez, Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland. "Den Diversity-Tag verstehen wir daher als guten Anlass, um Mitarbeiter weiter für die Vorteile und Chancen der Diversität zu sensibilisieren." Der...
„Vereinbarkeit ist für uns selbstverständlich“ Münster (ots) - Am Mittwoch, 27. Juni, wurde die LVM Versicherung zum 4. Mal mit dem audit berufundfamilie, dem Qualitätssiegel für familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik, ausgezeichnet. Damit freut sich der münstersche Versicherer über nun zehn Jahre zertifizierte Familienfreundlichkeit. Personalchef Guido Hilchenbach und Referentin für Gesundheit und Soziales, Anke Holste, nahmen das Zertifikat auf der Bundespreisverleihung von Schirmherrin und Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey entgegen. "Alles zu tun, um Beruf und Familie in Einklang zu bringen, ist für uns selbstver...
Baugewerbe zur aktuellen Baukonjunktur April 2018: Kräftiges … Berlin (ots) - Zu den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Konjunkturdaten erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa: "Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im April 2018 um 12,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen. Die Steigerung fällt in allen Sparten deutlich aus: im Wohnungsbau bei + 12,7 %, im Wirtschaftsbau bei + 14,3 % und der Öffentliche Bau + 3,2 %. Um diese anspruchsvollen Bauaufgaben bewältigen zu können, stellen die Bauunternehmen weiterhin mehr Beschäftigte ein, jahresdurchschnittlich bis April 4,7 %." Die Steigerun...
Zum Tag der Pflege: Immer mehr ausländische Pflegekräfte Nürnberg (ots) - - Beschäftigungsplus in der Pflege, Anteil ausländischer Beschäftigter steigt - Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege sind knapp - BA fördert Arbeitslose und beteiligt sich an Kooperationen zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte - Vorstand Becker: "Wir brauchen in der Pflege auch ausländische Fachkräfte" Mehr Beschäftigte - auch durch ausländische PflegekräfteDie Pflegebranche boomt. Aktuell sind in der Kranken- und Altenpflege 1,6 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 174.000 mehr als vor vier Jahren. Binnen weniger Jahre ist...
www.presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.