Exklusivinterview für Buch über Machtwechsel: Robert Habeck will Debatte bei den …

München (ots) –

Der Co-Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen regt neue Verfahren seiner bei Entscheidungen über staatliche Spitzenämter an. In einem Exklusivinterview für das “Entscheidungstage. Hinter den Kulissen des Machtwechsels” von Stephan Lamby ( C.H.Beck) blickt Robert Habeck kritisch auf die Nominierung von Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin zurück: “Vielleicht überfordert man jeden in solch einer Situation, wenn man sagt: Das muss man zu zweit klären.” Habeck ärgert es, die Konsequenzen “nicht gesehen zu haben” und meint, dass “man das breiter aufstellen muss.”

Bei der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur konnte sich Robert Habeck im vergangenen Frühjahr nicht gegen Annalena Baerbock durchsetzen, anschließend unterstützte er sie jedoch loyal. Jetzt denkt der Grünen-Politiker darüber nach, die Entscheidungsprozesse seiner Partei zu reformieren: “Es ist natürlich so, dass wir zunehmend mehr – und in zehn Jahren spätestens – in Situationen kommen, wo wir Ministerpräsidenten stellen können, Oberbürgermeister, vielleicht mal den Bundespräsidenten, vielleicht mal wieder ums Kanzleramt kämpfen. Da geht es um singuläre Positionen. Da gibt es halt keine Doppelspitze.” Habeck fordert wörtlich: “Der Umgang damit ‘Wer entscheidet darüber?’ müsste aus der Erfahrung von 2021 geklärt sein. Also: Wer nominiert oder wer bestätigt eine Bundespräsidenten- oder Kanzlerkandidatur oder Ministerpräsidentenkandidatur? Wie findet man das? Gelten da die Regeln? Oder gelten da andere Regeln? Das muss man sich mal anschauen”. Bislang regelt das “Frauenstatut” der Grünen, dass bei Listenwahlen bzw. Wahlvorschlägen die ungeraden Plätze vorbehalten sind, also auch die jeweiligen Spitzenplätze.

Habeck nimmt Annalena Baerbock in Schutz: “Das Jahr 2021 hatte schicksalhafte Dimensionen. Wie bei einer griechischen Tragödie. Da gibt es Wirkungskräfte, die bringen Menschen in Positionen und rufen Entscheidungen hervor. Und dann muss man damit leben. Das ist größer als das, was man planen kann.” Konkret spricht Robert Habeck über seine Erwartung, ein Ministeramt in der neuen zu übernehmen: “Davon gehe ich aus.” Auf die Frage, was ihm ein solches Amt bedeuten würde, antwortet er: “Im politischen Leben – alles! Deshalb bin ich da hin gegangen. Ich wollte die Grünen in die Regierung führen.”

Das mit Robert Habeck wurde am Nachmittag vor der Bundestagswahl, am 25. September, telefonisch geführt. Weitere Interviewpassagen stehen im Buch “Entscheidungstage. Hinter den Kulissen des Machtwechsels”, das am 2. November 2021 im Verlag C.H.Beck erscheint. Stephan Lamby hat für eine ARD-Dokumentation und sein Buch u.a. Olaf Scholz, Armin Laschet, Annalena Baerbock und Robert Habeck im Wahljahr begleitet. Weitere Exklusivinterviews führte er mit Christian Lindner und Markus Söder.

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