Allgemeine Zeitung Mainz: Unnötig Kommentar von Tobias Goldbrunner zu Steinmeier

Mainz (ots) –

Es ist ein deutliches Signal von Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht empfangen. Noch nicht. Das mag sich in den kommenden Wochen vielleicht noch ändern. Doch erst einmal wird es das Verhältnis zwischen der Ukraine und Deutschland verschlechtern. Ein Verhältnis, das ohnehin angespannt ist. Das deutsche Zögern, die Sanktionen für Russland weiter zu verschärfen, ärgert Selenskyj. Der 44-Jährige wünscht sich unter anderem ein Öl-Embargo. Ob auch die beschämende Reaktion des Bundestages nach der Rede von Selenskyj, als die Abgeordneten zur Tagesordnung übergingen, dem emotionalen Aufruf des Ukrainers keine große Beachtung mehr schenkten, dabei eine Rolle spielte? Nicht auszuschließen. Steinmeier hatte wohl darauf gehofft, in Kiew ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Die spektakuläre Ausladung ist nun ein schwerer Schlag. Und ein unglücklicher Schachzug von Selenskyj. Der ukrainische Präsident reagiert noch immer allergisch beim Namen Steinmeier, kritisiert dessen einstige Nähe zum Kreml scharf. Ja, Steinmeier hatte die Beziehungen zu Russland als Außenminister in früheren Jahren falsch eingeschätzt. Er hat zu lange an Nord Stream 2 festgehalten. Doch der Bundespräsident hat sich für seine Fehler entschuldigt. Das hätte er überzeugender tun können – keine Frage. Allerdings bringt ein solcher Affront nun niemandem was. Schon gar nicht der Ukraine. Im Gegenteil: Diese Reaktion schenkt Wladimir Putin und der russischen Armee nun weitere Zeit.

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