Solarmodule kaufen – lohnt sich das?

In der aktuellen Energiekrise überlegen viele Hausbesitzer, eine Solaranlage aufs Dach zu packen. Solarmodule installieren zu lassen, kostet je nach Anbieter und nach Größe der Anlage, trotz staatlicher Förderung eine Menge Geld. Was bei Autos eine Selbstverständlichkeit ist, nämlich ein gebrauchtes zu kaufen, ist bei Fotovoltaikanlagen noch lange nicht selbstverständlich. Warum eigentlich nicht? Sind gebrauchte Solaranlagen denn so viel schlechter als neue Anlagen?

Das Internet als Marktplatz

Wer auf der Suche nach einer gebrauchten Solaranlage ist, muss einfach nur einen Blick ins weltweite Netz werfen. Dort werden auf sehr vielen Plattformen gebrauchte Solarmodule angeboten, und zwar nicht nur von privaten Anbietern. Firmen, die mit Solaranlagen handeln, sind dort ebenfalls zu finden und bieten die Module in vielen verschiedenen Ausführungen zu kleinen Preisen an. Je nachdem, um welchen Typ es sich handelt, in welchem Zustand die Module sind und welches Alter sie haben, kosten die gebrauchten Modelle nicht selten nur noch die Hälfte des Neupreises. Dies klingt auf den ersten Blick nach einem sehr guten Geschäft. Trotzdem ist es ratsam, sich sehr genau auf dem Markt umzuschauen.

Das sind die Vorteile

Der wohl wichtigste Vorteil ist, dass sich die Investitionskosten mit gebrauchten Solaranlagen deutlich senken lassen. Die gebrauchten Modelle, die zum Direktkauf oder in einer angeboten werden, haben oft verlockend niedrige Preise, allerdings ist es immer ratsam, auf die Qualität zu achten. Gebrauchte Module sind außerdem eine gute Alternative, wenn nur einzelne Module ersetzt werden müssen. Dieser Fall tritt zwar eher selten ein, aber es kann durchaus passieren, dass einzelne Module defekt sind. Umweltschäden, Vandalismus und sogar Taubenbefall können dafür sorgen, dass eine Fotovoltaikanlage beschädigt wird. Sind nur einzelne Module defekt, dann muss nicht gleich die komplette Anlage ausgetauscht werden.

Die Anlage erweitern

Bekommt die Zuwachs oder wird eine neue Ladestation für das E-Auto gebraucht? Es gibt viele Gründe, warum eine Solaranlage erweitert werden muss. Diese Erweiterung der Module muss natürlich zum Rest der Anlage passen. Was den Kauf von gebrauchten Modulen so interessant macht, ist, dass man mit etwas Glück Module findet, die das gleiche Alter haben.

Unabhängig bleiben

Gebraucht kaufen heißt auch, sich vom Neuwarenmarkt unabhängig zu machen. Durch die Billigangebote, beispielsweise aus China, ist die Herstellung von PV-Modulen zu einem schweren Geschäft geworden. Viele Hersteller gehen in Konkurs und die Originalteile stehen nicht mehr zur Verfügung. Falls dann ein Modul defekt ist, bleibt nur der Markt für gebrauchte Modelle. In der Regel ist es nicht allzu schwer, Module zu finden, die vom Modell her identisch sind und für kleines Geld angeboten werden.

Fazit

Gebrauchtes zu kaufen, heißt immer, die Ökobilanz zu verbessern. Fakt ist: Die Produktion sowie die Nutzung und später auch die Entsorgung von Solarmodulen wirkt sich erheblich auf die aus. Allein für die Herstellung wird sehr viel verbraucht, daher ist es nicht eben empfehlenswert, ein defektes Modul zu verschrotten und ein brandneues zu kaufen. Hier ist es deutlich sinnvoller, auf dem Gebrauchtmarkt umzuschauen, ob es nicht passende Ersatzteile für genau diesen Anlagentyp gibt. In den Komponenten der Solarmodule wurden zudem wertvolle Materialien verbaut, die nur sehr schwer zu entsorgen sind. Ein gebrauchtes Modell ist daher immer die bessere Wahl.

Bild: @ depositphotos.com / halfpoint

Solarmodule kaufen – lohnt sich das?

Ulrike Dietz