Thiel sieht Google im “Panikmodus”

Berlin/San Francisco: Der US-Investor Peter Thiel sieht durch den von künstlicher Intelligenz einen Umbruch für die Technologiewelt voraus, etwa in Form des Chatbots ChatGPT von Microsoft. “Wir erleben eine historische Wende, vielleicht sogar den wichtigsten Moment seit der Markteinführung des iPhones. Jedenfalls wird dieser Moment das Silicon Valley verändern”, sagte Thiel dem “Handelsblatt” (Freitagausgabe).

Die Macht werde neu verteilt. “In den vergangenen zehn Jahren war das Silicon Valley in einer Art Schlafwagen unterwegs. Nun werden alle unsanft geweckt.”

Und weiter: “Seit Jahrzehnten diskutieren wir über die möglichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz. Jetzt erst wird es ernst. Der ganze Medienrummel ist deshalb ausnahmsweise gerechtfertigt”, so Thiel. “Die Folgen werden dramatisch sein”, insbesondere für den bisherigen Suchmaschinen-Marktführer, die Google-Mutter Alphabet.

“Nachdem Microsoft ankündigte, die Technologie von ChatGPT in seine Suchmaschine Bing zu integrieren, hat Alphabet seinen eigenen Chatbot Bard rausgebracht. Als dieser einen Fehler machte, verlor Alphabet innerhalb einer Woche etwa 150 Milliarden Dollar an Börsenwert.” Die verstünden sehr gut, dass die Monopolposition “und damit Googles gesamtes Geschäftsmodell nun auf dem steht”, so Thiel. “Wenn Microsoft es mithilfe von KI schafft, das Suchgeschäft zu revolutionieren, ändert das alles. Fakt ist: Google ist völlig im Panikmodus. Wir hören, dass sogar Sergey Brin zurück im Büro ist und programmiert.”

Der Paypal-Gründer und erste externe Investor von Facebook sieht für die Zukunft des Silicon Valleys schwarz: “Ich würde immer zwischen den Tech-Konzernen als fantastischen Gewinnmaschinen und als Innovationsmotoren unterscheiden”, sagte Thiel. “Ihre Geschäftsmodelle sind großartig. Doch dass diese gleichzeitig die innovativsten Orte der Welt sind, ist nicht viel mehr als ein Propagandamärchen.”

Viele Tech-Unternehmen seien “anfangs auf Innovation, aber ab einer bestimmten Größe werden sie zu Wetten gegen Innovation.”

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