Bitcoin – ist die Erfolgsgeschichte schon vorbei?

Ohne Dutzende von „unabhängigen“ Bitcoin-Portalen wäre der Höhenflug des digitalen Geldes schon länger vorbei gewesen. „Bitcoin bald bei 100.000Euro!“ lauteten die Jubelschlagzeilen bis weit in den Herbst 2021 hinein. Fast immer stecken hinter diesen „News“-Portalen Betreiber von Krypto-Börsen oder mehr oder weniger dubiose Dienstleister, die mit dem Run auf die Coins Millionen verdienen möchten. Diese Portale sind gerade auffällig still geworden, nachdem der Kurs heute peinliche 47.000 Dollar unter der so oft angekündigten 100.000Dollar-Marke steht.  43.000 Dollar weniger als beschworen – da schweigen die Geschäftemacher lieber. Und es wird vermutlich noch peinlicher werden – inzwischen wird ein Kurs im wenige Dollar-Bereich für möglich gehalten. Bis gegen Null, sagen Experten, ist alles möglich.

Eswar Prasad, Seniorprofessor für internationale Handelspolitik an der Cornell University, sagte in der CNBC-Sendung “Squawk Box Europe”: “Der Bitcoin selbst wird sich nicht mehr lange halten.”  Während es früher nur einige wenige Kryptowährungen gab, gibt es heute Hunderte von ihnen, und einige davon sind nützlicher und die meisten umweltfreundlicher als Bitcoin. Blockchain ist zwar die Technologie, die den meisten Kryptowährungen zugrunde liegt und somit der große gemeinsame Nenner. Vereinfacht ausgedrückt ein digitales Hauptbuch für Transaktionen mit virtuellen Währungen, das über ein globales Computernetz verteilt ist. “Aber die Nutzung der Blockchain-Technologie bei der Schaffung und der Verwalting von Bitcoins ist nicht sehr effizient”, sagt Prasad, der Autor des Buches “The Future of Money: How the Digital Revolution is Transforming Currencies and Finance”.

Bitcoin selbst wird vielleicht nicht mehr lange existieren, meint der Wirtschafts- und Währungsexperte: Die Kryptowährung “verwendet einen Validierungsmechanismus für Transaktionen, der umweltzerstörend ist” und “sich nicht sehr gut skalieren lässt”. In der Tat ist der Kohlenstoff-Fußabdruck von Bitcoin größer als die gesamte Fläche Neuseelands. Prasad meint, dass einige der neueren Kryptowährungen die Blockchain-Technologie viel effizienter nutzen als Bitcoin. Keinen Zweifel hat der Wissenschaftler daran, dass die Blockchain-Technologie die Art und Weise, wie Finanzgeschäfte abgewickelt werden (wie z. B. den Kauf eines Hauses oder eines Autos) “grundlegend verändern” wird.  Aber Bitcoin tauge nicht als Tauschmittel und werde deswegen keinen anderen fundamentalen Wert haben als den, den der der Anleger ihm verleiht. Oder der von Fake-News-Portalen herbeigeschrieben wird.

Professor Prasad stellt Krypto-Geld grundsätzlich überhaupt nicht in Frage. Solche digitalen Währungen könnten seiner Überzeugung nach eine kostengünstige Zahlungsoption darstellen, zu der jeder Zugang hat: “Auch wenn man den Bitcoin nicht mag, so hat er doch eine Revolution ausgelöst, von der wir letztlich alle direkt oder indirekt profitieren können“.

Bitcoin ist zwar weiterhin die größte Kryptowährung nach Marktwert und hat sich als Peer-to-Peer-Finanzsystem einen Namen gemacht. Seine Befürworter sehen in ihm eine Absicherung gegen die Inflation, ein digitales Gold und eine lebensfähige Währung. Kritiker wie Prasad argumentieren jedoch, dass Bitcoin neben der hohen Umweltbelastung beim Erzeugen neuer Coins eine riskante und spekulative Anlage ist. Experten raten, nicht mehr zu investieren, als man sich leisten kann zu verlieren. Wer sachlich und seriös über die aktuellen Bitcoin-Kurse informiert werden möchte findet die Kurse auf http://www.digitaldaily.de (auch zu anderen digitalen Währungen).

Bild: @ depositphotos.com / peshkova

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Wolfgang Zehrt